Katzensee
Bauern fordern kleinere Schutzzonen

Ein Teil der Pufferzonen am Katzensee, die das Flachmoor schützen, müssen überprüft und eventuell verkleinert werden. Zu diesem Entschluss kommt das Baurekursgericht des Kantons Zürich.

Stefan Bill
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Die Pufferzonen um das Flachmoor Katzensee müssen nach einem Gerichtsentscheid erneut überprüft werden. (Archiv)

Die Pufferzonen um das Flachmoor Katzensee müssen nach einem Gerichtsentscheid erneut überprüft werden. (Archiv)

Sophie Stieger

Nach der Annahme einer Volksinitiative im Jahre 1987 stehen die Schweizer Moore unter dem Schutz der Bundesverfassung. Denn in den letzten 200 Jahren wurden beinahe 90 Prozent der Moore in der Schweiz zerstört. Um die verbliebenen Moore zu retten, hat der Bund eine Verordnung erlassen, gemäss derer die Kantone verpflichtet sind, ökologisch ausreichende Pufferzonen auszuscheiden. Denn die Moorbiotope seien von nationaler Bedeutung.

Schweizweit fehlen jedoch gemäss Angaben des Bundesamts für Umwelt um die Hochmoore rund 50 Prozent der notwendigen Pufferflächen. Bei den Flachmooren sind es gar 70 Prozent. Doch am Katzensee wurde das Gegenteil festgestellt. Dort hat der Kanton Zürich die Pufferzonen zu gross bemessen und muss diese nach einem Entscheid des Baurekursgerichts erneut überprüfen.

Beschwerde der Bauern

Zu einer Kontrolle dieser Pufferzonen kam es, nachdem Bauern Beschwerde eingereicht hatten, da die Zonen Einschränkungen in der Bewirtschaftung der Flächen mit sich bringen. Denn sie sollen gegen nutzungsbedingte Hilfsstoffe, wie Dünger, sowie gegen Eingriffe in den Wasserhaushalt des Moorbiotopes wirken. Somit soll die Gefährdung der biotopspezifischen Pflanzen- und Tierwelt verhindert werden. Laut den Bauern sind die Pufferzonen aktuell aber zu gross bemessen.

Bereits seit zehn Jahren ist die Festlegung der Pufferzonen am Katzensee Gegenstand mehrerer Rechtsverfahren. Denn die Zonen orientierten sich an den Strukturen der angrenzenden Parzellen anstatt am Verlauf des Moorgebietes. So kommt es, dass die Pufferzonen an manchen Stellen bis zu 100 Meter breit sind, obwohl sie normalerweise eine durchschnittliche Breite von 20 bis 40 Metern haben. Die Breite wird an die lokalen Gegebenheiten angepasst und muss daher einem Plausibilitätstest unterzogen werden. Hier wurde allerdings der Einfachheit halber die ganzen Parzellen des betroffenen Gebietes zur Pufferzone erklärt. Um das Ausmass der Pufferzonen ermitteln zu können, hat das Bundesamt für Umwelt einen Pufferzonen-Schlüssel für Moorbiotope herausgegeben.

Ökologisch nicht erforderlich

Obschon das Moorgebiet als Schutzgebiet ausgeschieden ist, um die Landschaft vor Beeinträchtigung durch menschliches Verhalten zu bewahren, ist eine derart grosse Pufferzone, wie es sie beim Katzensee gibt, aus ökologischer Sicht nicht notwendig. Daher wies das Gericht den Fall an die Baudirektion zurück. Sie soll drei Parzellen – zwei in der Stadt Zürich und eine in Regensdorf – überprüfen und mit dem Pufferzonen-Schlüssel in Einklang bringen. Alle anderen Punkte des Rekurses lehnte es allerdings ab. Die Bauern zweifelten beispielsweise an der Verhältnismässigkeit der Pufferzonen. Sie argumentierten damit, dass das landwirtschaftliche Kulturland durch die Zonen abnehme, da die Böden so einer dem Ackerbau vorenthalten werde. Das Gericht wiederum entgegnete, dass der bundesrechtliche Schutz von Moorlandschaften höher wiege als die Interessen der Landwirtschaft. Um die Beeinträchtigung der Landschaft auszuschliessen, seien ökologisch ausreichende Pufferzonen auszuscheiden. «Die dadurch bewirkte Erschwerung der Bewirtschaftung des Landwirtschaftslandes ist hinzunehmen», heisst es im Gerichtsentscheid. Für eine Interessensabwägung bleibe kein Raum.

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