Limmattal

Bauen die SBB nach dem Gateway-Aus schleichend die Dietiker Ortsgüteranlage aus?

Die SBB möchten die Ortsgüteranlage in Dietikon ausbauen. rue

Die SBB möchten die Ortsgüteranlage in Dietikon ausbauen. rue

Die Zürcher Planungsgruppe Limmattal fordert für den Ausbau Beschränkungen im Richtplan.

Die Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) stellt sich gegen einen Ausbau der Ortsgüteranlage Dietikon, wie er den SBB vorschwebt. «Die ZPL unterstützt einen Ausbau nur dann, wenn von Dietikon aus die Region im engeren Umkreis bedient wird», teilt die Gruppe in einer Medienmitteilung mit. Sie verlangt zudem, dass der Kantonsrat den Betrieb der Anlage im Richtplan beschränkt. Und: «Der Rangierbahnhof samt Güterumschlagsanlage ist so zu sanieren, dass die Lärmemission aus beiden Anlagen nicht grösser wird als heute.» Zudem dürfe die Zufahrt nicht durch Wohnquartiere führen.

Mehr Verkehr als Gateway

Die ZPL kritisiert insbesondere, dass die SBB eine Anlage konzipieren, deren Einzugsgebiet weit über die Region hinausgehe. Dadurch ergebe sich zusätzlicher Lastwagenverkehr, der deutlich grösser wäre als derjenige, welcher die Region mit dem damals geplanten Gateway-Terminal zu tragen gehabt hätte, schreibt die Gruppe. «Umso erstaunter» zeigt sie sich, dass «eine Anlage gebaut werden soll, welche der Region noch viel mehr Schwerverkehr bringen wird.»

Der Ausbau der Ortsgüteranlage widerspricht laut der Planungsgruppe dem kantonalen Logistikkonzept von 2013. Dieses sehe eine dezentrale Logistik mit verschiedenen, im Kanton verteilten Güterumschlagszentren vor. «Die Pläne der SBB sprengen diesen Rahmen bei weitem», so die ZPL. Das Einzugsgebiet müsse auf einen regionalen Raum beschränkt sein, fordert die Gruppe und möchte dies mit Verkehrsbeschränkung im Richtplan absichern: Der Zuwachs an Lastwagenfahrten sei darin gegenüber dem heutigen Zustand auf 25 Prozent zu beschränken. «Dies ist auch deshalb nötig, weil die Strassen im Limmattal schon heute an den neuralgischen Knoten überlastet sind, schreibt der Vorstand der ZPL. Die Erschliessung der Anlage solle zudem neu über die Mutschellenstrasse erfolgen, lautet eine weitere Forderung der Gruppe. Damit könne das heutige Siedlungsgebiet von Dietikon entlastet werden.

SBB definieren Region weit

Die Befürchtung der ZPL einer «schleichenden Erweiterung der Güterumschlagsanlage bis zum Umfang des früheren Gateway-Terminals» kommt nicht von ungefähr. So scheinen die SBB den Ausbau des Terminals ziemlich weit zu definieren: Dazu gehören neben einem Grossteil des Kantons Zürich auch der Ostaargau, der Kanton Zug sowie Teile von Schwyz und Luzern.

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