Schlieren

Baubewilligung für den Schirm liegt vor: Gasometer soll besser vor der Witterung geschützt werden

Dem Gasometer macht vor allem die Rostbildung durch die Nässe zu schaffen.

Dem Gasometer macht vor allem die Rostbildung durch die Nässe zu schaffen.

Das 35 Meter hohe Wahrzeichen Schlierens wurde vor rund zehn Jahren zuletzt saniert. Der stark beschädigte Gasometer in Schlieren soll besser vor der Witterung geschützt werden, damit weniger Rostschäden entstehen.

Der Gasometer ist das Sorgenkind unter den Schlieremer Baudenkmälern. Während andere historische Gebäude entweder von Kunstschaffenden genutzt und unterhalten werden oder artgerecht saniert wurden, nagt der Zahn der Zeit an der eindrücklichen Eisenkonstruktion. Anfang Jahr gab Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) im Namen des Stiftungsrats Gasometer Schlieren bekannt, dass ein Rettungsversuch unternommen werde. Diese Woche erhielt das Gremium die Baubewilligung für das Projekt.

Das 35 Meter hohe Wahrzeichen Schlierens wurde vor rund zehn Jahren zuletzt saniert. Besonders Rost macht dem mehrheitlich aus Stahl bestehenden Bau zu schaffen. Entgegen der Hoffnungen des Stiftungsrats vermochte die damals angewendete Farbe nicht, die erneute Rostbildung zu verhindern. Wegen undichter Stellen im Bau aus dem Jahr 1899 ist der Boden immer mit einer Wasserschicht überzogen.

Ein komplexes Projekt: ein grosser Schirm

Um den Gasometer vor Regenwetter und somit noch grösseren Rost- und Wasserschäden zu schützen, plant der Stiftungsrat seit längerem eine Schirm-Konstruktion aus transparenter Blache. Diese soll dereinst rund sechs Meter über die Kante hinaus reichen. Ursprünglich war geplant, dass die Arbeiten in diesem Sommer beginnen. Geschehen ist aber noch nichts.
Zwei Aspekte hätten den Zeitplan durcheinandergebracht, sagt Bärtschiger auf Anfrage. «Einerseits handelt es sich nicht einfach um ein 08/15-Projekt.» Deshalb seien «grössere Herausforderungen» zu bewältigen gewesen. Neben dem Kanton, der sein Einverständnis geben muss, tangiert der Schirm auch Nachbargrundstücke und Ruderalflächen, weshalb weitere Abklärungen vorgenommen werden mussten.

Andererseits hat der Stiftungsrat seine Präsidentin verloren: Barbara Truog starb Ende August völlig überraschend nach einem schweren Unfall in ihrer Wohnung, wie die NZZ damals schrieb. Sie, die Präsidentin des Stadtzürcher und Vizepräsidentin des kantonalen Heimatschutzes war, habe im Stiftungsrat eine grosse Lücke hinterlassen, sagt Bärtschiger. «Wer das Präsidium nun übernimmt, ist zwar noch nicht spruchreif, doch haben wir jemanden im Auge», sagt er.

Nun, da der Stiftungsrat die Baubewilligung erhalten habe, gehe es an die Vergabe der Arbeiten, erklärt Bärtschiger. Der Rat treffe sich im Dezember das nächste Mal, anschliessend könnten die Planungsarbeiten vorangetrieben werden.

Wann sich der Schirm öffnet, ist noch unklar

Wann der Schlieremer Schirm über dem Gasometer aber endlich steht, lasse sich dennoch schwer abschätzen, da es sich um ein aussergewöhnliches Projekt handle. «Auch haben wir einen Kostendeckel von einer Million Franken – so viel Geld ist derzeit noch in der Kasse der Stiftung», sagt Bärtschiger. Längst verabschiedet hat man sich von der Idee, den Gasometer wieder zum Laufen zu bringen. Bis 2005 konnten Besucher die Funktionsweise des Gasspeichers noch von Innen beobachten, da Luft- anstelle von Gasdruck verwendet wurde. Auch als Veranstaltungslokal taugt das historische Gebäude nicht, da aufgrund des angrenzenden Gaslagers von Erdgas Zürich niemals mehr als 40 Personen gleichzeitig im Bau sein dürfen.

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