Breit, sehr breit sogar. Die Bauarbeiten für den Auenpark Werdhölzli sind noch in vollem Gang, dennoch lässt bereits jetzt schon erahnen, wie sich der Limmatraum zwischen Werdinsel und der Autobahnbrücke bei Oberengstringen ab Spätsommer präsentieren wird (siehe Box). Im Gebiet Oberwerd auf Höhe des Reitplatzes sind sämtliche Uferverbauungen entfernt, der Kloster-Fahr-Weg weiter landeinwärts versetzt. Auch die ersten Buchten sind zu erkennen. Der Fluss hat deutlich mehr Platz als früher.

Arbeiten liegen im Zeitplan

In zwei bis drei Wochen soll der Bereich im Oberwerd fertiggestellt sein. Danach wird der Abschnitt bis zur Hängebrücke an der Grenze zwischen Oberengstringen und der Stadt Zürich renaturiert. Auch dort werden sämtliche Verbauungen verschwinden und die Ufer abgeflacht. Im Auenwald, der der Kläranlage Werdhölzli vorgelagert ist, wird ein Erlebnissteg gebaut. Zudem soll der Wald regelmässig geflutet werden. Deshalb wird der Fischerweg tiefer gelegt und der Hochwasserschutz direkt entlang der Kläranlage gebaut.

Stefano Pellandini vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft ist mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten zufrieden. «Durch den Schnee mussten wir zwar zeitweise die Arbeiten einstellen, dennoch liegen wir im Zeitplan, da solche Unterbrüche in den Planungen berücksichtig sind», sagt der Projektleiter. Einmal wöchentlich macht er sich vor Ort ein Bild von den Fortschritten.

So ist die Stahlbetonmauer entlang des Reitplatzes fast fertig. Sie wird dereinst als Hochwasserschutz dienen. Was noch fehlt, ist ihre vollständige Verkleidung. «Wir haben uns mit den Oberengstringer Behörden getroffen, um eine Verkleidung zu finden, die ins Landschaftsbild passt», sagt Pellandini. Man habe sich für eine Steinverkleidung entschieden. Neben ästhetischen hätten auch praktische Überlegungen bei der Wahl der Verkleidung eine Rolle gespielt. «Die Steine dienen Reptilien als Rückzugsgebiet», so Pellandini. Besonders schön sei überdies, dass sämtliche Steine für die Verkleidung aus Zürcher Gewässern stammen würden.

Überhaupt wird auf der Baustelle des Auenparks eine Art Recycling betrieben. Die Uferverbauungen und die gerodeten Bäume kommen in anderer Funktion wieder zum Einsatz. «Aus den ehemaligen Uferverbauungen erstellen wir Buhnen. Das sind Bauwerke, die die Strömung des Flusses lenken sollen», so Pellandini. Entlang der im rechten Winkel zum Ufer in den Fluss gebauten Buhnen entstünden Stillwasserzonen. In die Buhnen würden überdies Baumstämme integriert. «Diese dienen vor allem Fischen als Rückzugsgebiet», sagt der Projektleiter. Auch durch die aufgeschütteten Inseln würden unterschiedliche Strömungen im Fluss erzeugt. «In ihrem ursprünglichen Zustand war die Limmat ein mäandrierender Fluss. Durch die Inseln wird dieser Zustand teilweise wieder hergestellt», so Pellandini.

Eine Besonderheit des Auenparks befindet sich unmittelbar bei der Autobahnbrücke. Vom Reitplatz wird eine so genannte Pferderampe in die Limmat führen. «Im Sommer können sich die Pferde so im Fluss ihre Beine abkühlen», sagt der Projektleiter.