Dietikon
Bauarbeiten auf der EKZ-Insel: Hier entsteht ein neues Nebenflüsslein

Gerodete Bäume auf der EKZ-Insel irritieren Spaziergänger – aber sie machen die Limmat noch natürlicher. Ab 2019 ist die Dietiker Limmatseite bei der EKZ-Insel mit den Geroldswiler Auen vergleichbar.

David Egger
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Eine Furche zieht sich durch den Wald auf der Dietiker EKZ-Insel. Bald fliesst hier ein neuer Seitenarm der Limmat durch – und es gibt wieder einen richtigen Auenwald.
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Der Limmatuferweg wird auf der Länge des neuen Nebenflüssleins entfernt.
Baustelle EKZ-Insel Dietikon Januar 2018
Eine Furche zieht sich durch den Wald auf der Dietiker EKZ-Insel. Bald fliesst hier ein neuer Seitenarm der Limmat durch – und es gibt wieder einen richtigen Auenwald.
Das Nebenlfüsslein wird selbst wiederum über zwei nicht durchströmte Seitenarme, also sogenannte Altarme, verfügen.
Das Nebenlfüsslein wird selbst wiederum über zwei nicht durchströmte Seitenarme, also sogenannte Altarme, verfügen.
Auch Bäume mussten für die ökologischen Ersatzmassnahmen gefällt werden.
So zeigt sich derzeit der Blick vom ehemaligen Limmatuferweg Richtung Geroldswil.
Am Unterwasserkanal haben die Bauarbeiter ihre Container aufgestellt.
Um das Wasserkraftwerk der EKZ in Dietikon (im Bild das Wehr) geht es letztlich. Die verschiedenen ökologischen Ersatzmassnahmen muss die EKZ umsetzen, damit sie die Limmat auch die nächsten 60 Jahre zur Stromproduktion benutzen darf.

Eine Furche zieht sich durch den Wald auf der Dietiker EKZ-Insel. Bald fliesst hier ein neuer Seitenarm der Limmat durch – und es gibt wieder einen richtigen Auenwald.

David Egger

Bauarbeiter mitten im Naturschutzgebiet: Das gibt es zurzeit auf der Dietiker Grien-Insel zu sehen. Geht da alles mit rechten Dingen zu? Die Limmattaler Zeitung erhielt Meldung von verdutzten Spaziergängern. Aber die Arbeiten sind Teil der Massnahmen, die die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) vornehmen, damit sie die Limmat auch in den nächsten 60 Jahren zur Stromproduktion benutzen und ihr Kraftwerk sanieren und ausbauen dürfen. Die Baubewilligung erhielt die EKZ im November (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Zuerst wird mitten durch die Insel ein neuer Limmat-Seitenarm gebaut. Die am 4. Dezember gestarteten Bauarbeiten zeitigen bereits Wirkung: Die Furche, in der sich künftig der Seitenarm breit macht, ist schon zu einem grossen Teil gezogen. Dieses Nebenflüsslein teilt die Insel und verwandelt den Wald wieder in einen richtigen und natürlicheren Auenwald.

Weg mit den fremden Pflanzen

In diesen kehrt auch ein Teil der gerodeten Bäume zurück: Sie werden im Nebenflüsslein zu liegen kommen. Solches Totholz ist gang und gäbe in Auenwäldern. Das Nebenflüsslein wird zudem über zwei kleine Altarme – also zwei nicht durchströmte Seitenarme – verfügen, was den Auenwald weiter aufwertet.

Um wertvolle Bäume zu bewahren, wurde der Wald genau untersucht. Das Fazit: Pappeln, Eichen, Eschen, Silberweiden, Schwarzerlen, Birken, Hagebuchen, Nussbäume, Rote Hartriegel, Fichten, Föhren und bereits vorhandene Tothölzer mit Spechtlöchern werden stehen gelassen. «Rücksicht genommen wird auch auf die vielen Maieriesli, die dort wachsen», sagt EKZ-Pressesprecherin Annette Hirschberg. Neu gepflanzt werden Weidenstecklinge. Und Neophyten, also gebietsfremde Pflanzen, werden entfernt. Das neue Nebenflüsslein ist bis Mitte Februar fertig gebaut. So wird die dann beginnende Vogelbrutzeit nicht gestört. Zu den Arbeiten gehört es auch, den Limmatuferweg auf der Länge des Nebenflüssleins zu entfernen. Damit die Menschen einen Blick auf die Natur – die dann vergleichbar ist mit den Geroldswiler Auen – erhaschen können, werden am Beginn des neuen Nebenflüssleins sowie an der Reppischmündung Aussichtskanzeln errichtet.

EKZ

Im März geht es dann mit der Spatenstich-Feier so richtig los. Ab dann bis im Frühjahr 2019 werden alle weiteren Massnahmen umgesetzt, zu denen die EKZ verpflichtet ist. So wird etwa der Reppischspitz zwischen Kanal und Reppisch erneuert und mit einer Kiesbank erweitert. Ebenfalls erneuert wird die Brücke über die Reppischmündung. Diese wird zudem um einen Holzsteg erweitert, da der untere Inselspitz etwas rückgebaut wird. Und auf Höhe der Reppischmündung entsteht noch eine neue, mit Silberweiden bepflanzte Kiesinsel. Weiter ist unter anderem gegenüber in der Dornau ein neuer Limmat-Altarm geplant. Zu den ökologischen Massnahmen hinzu kommen Hochwasserschutz- und Erholungsmassnahmen wie etwa die Neugestaltung der Allmend Brunau beim Bahnhof Glanzenberg. Sie soll zur Alternative für die im Sommer zuweilen Gummiboot-überfüllte Nötzliwiese werden.