Bauarbeiter mitten im Naturschutzgebiet: Das gibt es zurzeit auf der Dietiker Grien-Insel zu sehen. Geht da alles mit rechten Dingen zu? Die Limmattaler Zeitung erhielt Meldung von verdutzten Spaziergängern. Aber die Arbeiten sind Teil der Massnahmen, die die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) vornehmen, damit sie die Limmat auch in den nächsten 60 Jahren zur Stromproduktion benutzen und ihr Kraftwerk sanieren und ausbauen dürfen. Die Baubewilligung erhielt die EKZ im November (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Zuerst wird mitten durch die Insel ein neuer Limmat-Seitenarm gebaut. Die am 4. Dezember gestarteten Bauarbeiten zeitigen bereits Wirkung: Die Furche, in der sich künftig der Seitenarm breit macht, ist schon zu einem grossen Teil gezogen. Dieses Nebenflüsslein teilt die Insel und verwandelt den Wald wieder in einen richtigen und natürlicheren Auenwald.

Weg mit den fremden Pflanzen

In diesen kehrt auch ein Teil der gerodeten Bäume zurück: Sie werden im Nebenflüsslein zu liegen kommen. Solches Totholz ist gang und gäbe in Auenwäldern. Das Nebenflüsslein wird zudem über zwei kleine Altarme – also zwei nicht durchströmte Seitenarme – verfügen, was den Auenwald weiter aufwertet.

Um wertvolle Bäume zu bewahren, wurde der Wald genau untersucht. Das Fazit: Pappeln, Eichen, Eschen, Silberweiden, Schwarzerlen, Birken, Hagebuchen, Nussbäume, Rote Hartriegel, Fichten, Föhren und bereits vorhandene Tothölzer mit Spechtlöchern werden stehen gelassen. «Rücksicht genommen wird auch auf die vielen Maieriesli, die dort wachsen», sagt EKZ-Pressesprecherin Annette Hirschberg. Neu gepflanzt werden Weidenstecklinge. Und Neophyten, also gebietsfremde Pflanzen, werden entfernt. Das neue Nebenflüsslein ist bis Mitte Februar fertig gebaut. So wird die dann beginnende Vogelbrutzeit nicht gestört. Zu den Arbeiten gehört es auch, den Limmatuferweg auf der Länge des Nebenflüssleins zu entfernen. Damit die Menschen einen Blick auf die Natur – die dann vergleichbar ist mit den Geroldswiler Auen – erhaschen können, werden am Beginn des neuen Nebenflüssleins sowie an der Reppischmündung Aussichtskanzeln errichtet.

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Im März geht es dann mit der Spatenstich-Feier so richtig los. Ab dann bis im Frühjahr 2019 werden alle weiteren Massnahmen umgesetzt, zu denen die EKZ verpflichtet ist. So wird etwa der Reppischspitz zwischen Kanal und Reppisch erneuert und mit einer Kiesbank erweitert. Ebenfalls erneuert wird die Brücke über die Reppischmündung. Diese wird zudem um einen Holzsteg erweitert, da der untere Inselspitz etwas rückgebaut wird. Und auf Höhe der Reppischmündung entsteht noch eine neue, mit Silberweiden bepflanzte Kiesinsel. Weiter ist unter anderem gegenüber in der Dornau ein neuer Limmat-Altarm geplant. Zu den ökologischen Massnahmen hinzu kommen Hochwasserschutz- und Erholungsmassnahmen wie etwa die Neugestaltung der Allmend Brunau beim Bahnhof Glanzenberg. Sie soll zur Alternative für die im Sommer zuweilen Gummiboot-überfüllte Nötzliwiese werden.