Dietikon
Barockes Gambenkonzert: Ein Instrument, das neugierig macht

Was den Besucherinnen und Besuchern an diesem Abend im Chor der Kirche sofort ins Auge stach, war bestimmt das prachtvolle rot-braune Cembalo auf sechs Beinen.

Christian Murer
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Martin Zeller an der Gambe und Cembalist Vital Julian Frey beim Konzert.

Martin Zeller an der Gambe und Cembalist Vital Julian Frey beim Konzert.

Christian Murer

«Es ist ursprünglich ein zweimanualiges französisches Cembalo von Jean-Claude Goujon aus dem Jahre 1749, das der Engländer Andrew Garlick vor etwa 35 Jahren nachbaute», sagte der Cembalist Vital Frey. Und: «Es ist schon in zahlreichen Kirchen und Konzertsälen, ja sogar im Labor bei ‹Aeschbacher› gestanden, denn seit etwa zehn Jahren spiele ich fast überall damit», erklärt der 35-Jährige, in Genf geborene, Cembalist Vital Frey.

Eben auf diesem wunderbaren Barock-Bijoux interpretierte er mit einer zauberhaften und sprudelnden Leichtigkeit die württembergische Sonate in a-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788).

Heimspiel für Dietiker Gambisten

Doch das Konzert unter dem Motto «Gambenmusik am Berliner Hof» begann eigentlich mit der sogenannten Berliner Sonate in e-Moll von Carl Friedrich Abel (1723-1787). Der in Dietikon aufgewachsene Martin Zeller hatte mit seiner Barockgambe gleichermassen ein Heimspiel. So spielte er das Prélude und Adagio in d-Moll des gleichen Komponisten mit einer hohen Virtuosität. Höhepunkt und Schlusspunkt des eindrücklichen Konzertabends war hingegen die Sonate in g-Moll für Viola da Gamba und Cembalo von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Es schien dabei, wie wenn Wasserspiele eines barocken Brunnens über den Rand schwappten, so harmonisch und präzis ergänzten sich Gambe und Cembalo.

Besucher bewundern Instrument

Nach dem Konzert scharten sich die Besucherinnen und Besucher um das kunstvolle Tasteninstrument und liessen es sich von Vital Frey erklären. Vor allem die beiden Mädchen Linn und Luisa setzten sich keck auf dem Stuhl und klimperten gekonnt auf den Tasten herum.

Fröhliche Musik

So sagte Matthias Jordi aus Zürich nach dem Konzert: «Diese leichte und ebenso fröhliche Musik hat mir sehr gut gefallen.» Zum Barock-Cembalo ergänzte seine zehnjährige Tochter Linn: «Das ist ja ein super Instrument mit all diesen farbigen Verzierungen.» Und der Dietiker Heinz Zeller, der Vater des Gambisten, meinte nicht ohne Stolz: «Ich bin natürlich ein Stück weit Partei, doch ich habe das Konzert unvoreingenommen total genossen.» Am besten habe ihm die Sonate in D-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach gefallen, dessen 300. Geburtstag ja dieses Jahr weltweit gefeiert wird. «Aufgefallen ist mir ganz besonders, dass die beiden Musiker wie aus einem Guss zusammengespielt haben, so als würden sie immer miteinander auftreten», so der pensionierte Sekundarlehrer. Er selber habe früher in der reformierten Kirche die Metzler-Orgel gespielt, doch jetzt sitze er ab und zu allein für sich am Klavier.

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