Arbeitslosigkeit

Banker, Werber und Architekten müssen sich warm anziehen

Im September stieg die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich leicht an. (Symbolbild)

Im September stieg die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich leicht an. (Symbolbild)

Mit den sinkenden Temperaturen steigt die Anzahl Arbeitsloser in Bezirk und Kanton leicht an. Doch nur etwa die Hälfte dieser Zunahme ist saisonal bedingt. Der Industrie- und Handelssektor kann demgegenüber aufatmen.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk Dietikon ist im September um 0,1 Prozentpunkte auf 5 Prozent gestiegen, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) gestern mitteilte. Insgesamt waren 2353 Personen beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum in Dietikon arbeitslos gemeldet.

Das sind 66 mehr als im August 2016 (+2,9 Prozent) und 263 mehr als im September des Vorjahres (+12,6 Prozent). Um denselben Wert ist die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich gestiegen. Sie liegt neu bei 3,6 Prozent und damit 0,4 Prozent höher als der gesamtschweizerische Durchschnitt.

Der Bezirk Dietikon war auch im September massgeblich daran beteiligt, die kantonale Quote zu heben. Wie schon seit Jahren verzeichnet er unter den Zürcher Bezirken den höchsten Wert; im September war er für rund ein Fünftel der gesamtkantonalen Zunahme der Anzahl Arbeitslosen verantwortlich. Die wenigsten Arbeitslosen hat der Bezirk Andelfingen, der für den September eine Quote von 2,1 Prozent ausweist, was 363 Arbeitslosen entspricht.

Vom Bau aufs RAV

Im Limmattal dürfte die Zunahme der Arbeitslosenquote primär auf saisonale Effekte zurückzuführen sein. Im Bezirk Dietikon arbeiten besonders viele Menschen in Branchen, die starken jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen, etwa auf dem Bau.

Auch gesamtkantonal gesehen waren die für den Herbst typischen Entwicklungen der Arbeitslosigkeit zu beobachten: Im Bau- und im Gastgewerbe zum Beispiel wurden im September wieder mehr Leute arbeitslos.

Allerdings machen die saisonalen Effekte nur etwas mehr als die Hälfte der Zunahme der Arbeitslosigkeit im Kanton aus, wie die Analyse der Volkswirtschaftsdirektion zeigt. So gab es besonders im Sektor wirtschaftliche Dienstleistungen weniger Beschäftigte, der nur bedingt saisonalen Schwankungen unterliegt.

Die Zunahme ist also auch konjunkturell bedingt und betrifft vor allem die Bereiche des Grundstück- und Wohnungswesens sowie der freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen. Am stärksten betroffen waren Werbeagenturen, Architekturbüros und Immobilienverwaltungen, so das AWA.

Auch im Sozial- und Gesundheitswesen sowie bei den Banken erklärt die Konjunktur und nicht die Jahreszeit den im September verzeichneten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Bei den Banken nimmt die Arbeitslosigkeit seit Anfang Jahr stetig zu.

Entspannung in Industrie

Demgegenüber haben sich im September die Bereiche Industrie und Handel (weiter) entspannt – abstrahiert man von den Zahlen die saisonalen Effekte, ist die Arbeitslosigkeit sogar gesunken. Die Industrie scheint sich vom Frankenschock langsam aber sicher zu erholen: Die Arbeitslosigkeit in diesem Sektor war Anfang des Jahres stabil, verhielt sich dann rückläufig und ist im vergangenen Monat stagniert. (rue)

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Autor

Sophie Rüesch

Sophie Rüesch

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