Herr Halter, Sie haben den Verein «Grundeigentümer Niderfeld Dietikon» mitgegründet. Was ist das Ziel dieser Vereinigung?

Balz Halter: Wir wollen die Interessen der Grundeigentümer gegenüber den Behörden im Entwicklungs- und Planungsprozess vertreten. In unserem Verein ist mehr als die Hälfte aller Grundeigner im Niderfeld dabei. Sie repräsentieren zusammen rund 90 Prozent der Nutzfläche.

Unter Ihren Mitgliedern sind sowohl kleine private Grundeigentümer als auch grosse Firmen vertreten. Wie will man deren Interessen auf einen Nenner bringen?

Die Interessenslage ist nicht von der Parzellengrösse abhängig, sondern von der Nutzung, die einem als Eigentümer vorschwebt. Die Meisten erhoffen sich eine längerfristige Wertsteigerung ihres Grundstücks. Für einzelne Eigner, wie etwa die Firma Planzer, geht es darum, das Areal für ihre betrieblichen Bedürfnisse nutzen zu können. Was alle wollen, ist eine Rechtsgrundlage, die es ihnen erlaubt, ihre Grundstücke zu nutzen, zu bebauen oder zu verwerten.

Dann gibt es aber auch die Anwohner, die bereits heute auf dem Areal leben.

Ja, unter ihnen gibt es viele, die kein grosses Interesse an der Entwicklung dieses Gebietes haben. Sie erkennen aber, dass sie diesen Prozess nicht aufhalten können. Deshalb wollen sie sich in der Planung einbringen.

Heisst das, dass der Verein erst eine gemeinsame Linie finden muss?

Nein. Uns geht es darum, die unterschiedlichen Interessen erst einmal zu sammeln und zu strukturieren. Die Stadt hat den Planungsprozess initiiert. Ende Januar finden erste Workshops mit den Planungsteams statt. Dann werden auch legitimierte Delegierte der verschiedenen Interessengruppen unseres Vereins vertreten sein und ihre Anliegen einbringen. Damit diese Planungsarbeit effizient vorangetrieben werden kann, ist es wichtig, dass die Interessen strukturiert werden und nicht jeder für sich agiert.

Sie erwarten also keine Konflikte unter den einzelnen Interessensvertretern?

Klar gibt es immer unterschiedliche Ansichten. Aber man muss sich bewusst werden, dass im Niderfeld nichts entstehen kann, wenn man sich gegenseitig blockiert. Deshalb sind die Meisten bereit, nach konstruktiven Lösungen zu suchen.

War die Ansiedlung der Logistikfirma Planzer bereits ein Thema bei der Generalversammlung?

Nein. Es ist keine dezidierte Haltung für oder gegen die Ansiedlungspläne der Firma Planzer spürbar. Die Mehrheit sieht es wohl als Ziel des Planungsprozesses, auch in diesem Zusammenhang eine sinnvolle und gute Lösung für Dietikon und alle Beteiligten zu finden.

Die Grundeigner von 10 Prozent der Gesamtfläche sind nicht beim Verein dabei. Wieso?

Unsere Gründung ging sehr schnell vonstatten. Meine Erfahrung zeigt, dass einige erst abwarten und sehen wollen, was dieser Verein vorhat und wie er agiert. Beitreten kann man ja auch zu einem späteren Zeitpunkt noch. Bis jetzt hat jedenfalls noch niemand seine Ablehnung gegenüber dem Verein geäussert.

Was sind die nächsten Schritte, die der Verein angehen wird?

Unser erstes Ziel war es, den Verein zu gründen und dafür zu sorgen, dass wir auch von aussen als die relevante Vertretung der Grundeigentümer wahrgenommen werden. Ich denke, das haben wir gemacht. Nun geht es darum, an den Workshops der Stadt unsere Interessen zu artikulieren und eine Planung zu erwirken, die auch von den Grundeigentümern akzeptiert wird.

Weshalb wurden Sie zum Präsidenten des Vereins gewählt?

Halter ist über eine Immobiliengesellschaft auch Grundeigentümer auf dem Gebiet – allerdings kein bedeutender. Wir waren aber initiativ bei der Gründung des Vereins. Zudem haben viele gesehen, dass wir auch im Limmatfeld gute Arbeit geleistet haben. Deshalb ist wohl bei den Vereinsmitgliedern und den Behörden eine hohe Akzeptanz vorhanden.