Beim Spitalneubau «LimmiViva» hält bereits jetzt erster Komfort Einzug. Statt über die Treppen lässt sich das Dachgeschoss nun auch mit dem Aufzug erreichen. Vom Liftausgang ist es dann nicht mehr weit bis zur meterbreiten Rampe, die auf den Helikopterlandeplatz führt. Die eindrückliche Metallkonstruktion, die vor ein paar Wochen installiert wurde, steht auf neun massiven Betonsäulen. Zur Dämpfung der Erschütterungen, die bei der Landung eines Helikopters entstehen, liegt zwischen Beton und Metall eine pinke Kunststoffscheibe. Obwohl sie weich aussieht, ist sie hart wie Stahl, um die Kräfte in sich aufnehmen zu können.

Der Landeplatz, auf dem die Rega mit ihren Helikoptern bald die An- und Abflüge testen wird, ist nicht die einzige Besonderheit auf der Spitalbaustelle. Die Frischluftschächte im Keller zum Beispiel sind so gross wie eine schmale Bahnhofsunterführung. Die Schächte sind allerdings bereits hinter den riesigen Ventilationsanlagen verschwunden und nicht mehr auf Anhieb einsehbar.

1000 Kilometer Kabel verlegen

Die Dimensionen des Projekts fordern insbesondere die Planer. Ein Beispiel ist der Einbau des Magnetresonanztomographen (MRI). Die Einzelteile dieses Geräts sind so gross und schwer, dass nicht alle Korridore für den Transport geeignet sind. Eine weitere Herausforderung ist die Koordination der Arbeiten. Wenn bis zu 1000 Kilometer Kabel verlegt und rund 2500 Türen eingebaut werden, braucht es eine gute Organisation, damit sich die Handwerker nicht in die Quere kommen.

Der Neubau ging rasant voran:

Wie es in einem Patientenzimmer einmal aussehen wird, lässt sich beim derzeitigen Baufortschritt zwar schon erahnen, einen ersten Eindruck gibt aber erst das Musterzimmer, das in einer ehemaligen Parkgarage des bestehenden Spitals eingerichtet wurde. Hier werden beispielsweise die Höhe der Empfangsschalter, die Handhabung der Türen, die Anordnung der Steckdosen im Patientenzimmer und die Bodenbeläge getestet. Vom Inventar, das aktuell in Verwendung ist, soll mehr als die Hälfte in den Neubau gezügelt werden.

Praktische Aspekte im Fokus

Dem Planungsteam ist es wichtig, dass die neuen Räume alltagstauglich sind. Die Mitarbeitenden, die tagtäglich in den Zimmern arbeiten werden, erhielten deshalb die Möglichkeit, Hinweise für Verbesserungen anzubringen. Sie konnten beispielsweise bei der Anordnung der Steckdosen mitwirken. Auch die verwendeten Materialien stehen im Musterzimmer auf dem Prüfstand. Die Oberfläche der Zimmertüre ist mit Papierklebeband in mehrere Felder unterteilt. In jedem Feld wird getestet, ob das angewendete Reinigungsmittel Verfärbungen hervorrufen könnte.

Im Unterschied zu privaten Bauten spielen bei der Entscheidungsfindung die praktischen Aspekte eine wichtige Rolle. Die Abwägung zwischen Funktionalität und Ästhetik ist eine ständige Gratwanderung. Der schönste Boden nützt in einem Spital nichts, wenn er bei Nässe rutschig ist.

Arbeiten liegen im Zeitplan

Das Planungsteam beschäftigt sich derweil bereits mit den Details zum Umzug. Dazu gehört auch die Anpassung der Abläufe, denn im Neubau werden die Wege für das Personal nicht mehr dieselben sein. So werden zahlreiche Dokumente aktualisiert, damit der Betrieb nach dem für Herbst 2018 geplanten Bezug funktioniert. Der Innenausbau dauert noch bis Ende Jahr und liegt gut im Zeitplan. Im Südbau, der weiter fortgeschritten ist als der Nordbau, sind bereits die sanitären Anlagen gefliest und der Unterlagsboden eingesetzt.