Elektromobilität
Bald kann man Elektroautos beim Schlierener Stadthaus betanken

Die Stadt Schlieren plant den Ausbau der elektronischen Mobilität. Über die Ausgestaltung konkreter Projekte wird noch diskutiert. Eine Hürde dabei ist das dünne Netz von Stromtankstellen.

Harald Tappeiner
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Sergio Kaufmann von der Firma Kamoo mit dem endgefertigten Elektroauto Smile.

Sergio Kaufmann von der Firma Kamoo mit dem endgefertigten Elektroauto Smile.

Harald Tappeiner

Schlieren könnte schon bald eine öffentliche Ladestation für Elektroautos beim Stadthaus erhalten. Ob private Lenker ihr E-Fahrzeug an der Ladestation dereinst aber auftanken können, ist noch unklar. Darüber werde entschieden, wenn der Einbau der Photovoltaikanlage voraussichtlich im kommenden Juli abgeschlossen sei, erklärt Albert Schweizer von der Standortförderung Schlieren auf Anfrage. Schon vor längerer Zeit hat der Schlieremer Stadtrat grünes Licht für den Bau einer solchen Anlage auf dem Dach des Stadthauses gegeben. «Zu diesem Zweck werden wir Gespräche mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich aufnehmen», sagt Schweizer.

Elektrofahrzeuge für die Öffentlichkeit

Ebenfalls noch nicht entschieden ist, ob weitere Elektromobile bereitgestellt werden, die von Privatpersonen beim Stadthaus gemietet werden können. Ursprünglich war im Rahmen des Projekts «eShare» geplant, drei bis fünf Elektrofahrzeuge anzuschaffen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollten.

Seit längerem sind in Schlieren verschiedene Standorte im Gespräch, um Ladestationen für Elektroautos zu installieren, darunter das Wohnprojekt «Ecofaubourgs». Sergio Kaufmann, Geschäftsführer der Schlieremer Elektroauto-Firma Kamoo sagt, dass die Endverhandlungen mit dem Öko-Wohnprojekt «Ecofaubourgs kurz vor dem Abschluss ständen.

Dünnes Netz von Stromtankstellen

Die Siedlung mit 96 Wohneinheiten in der Nähe der Badenerstrasse wird am 1. März 2014 bezogen und soll mit Elektromobilen, Elektrovelos und Hybridfahrzeugen ausgerüstet werden, die in ein Reservationssystem eingebunden werden. Die Tarife würden so ausgestaltet werden, dass die E-Mobilität auch genutzt werde, merkt Kaufmann an. Diskutiert werde auch über die Möglichkeit, die E-Fahrzeuge öffentlich nutzen zu können.

Als eine der Hürden für die breite Akzeptanz von Elektromobilität gilt noch immer das dünne Netz von Stromtankstellen. Im Bezirk Dietikon existieren gerade mal vier öffentliche Ladestationen: Zwei davon befinden sich in Dietikon und je eine in Urdorf und in Geroldswil.

Keine Änderungen in Planung

Die im Car-Sharing tätige Genossenschaft Mobility etwa bietet im Limmattal gar keine Elektrofahrzeuge oder Ladestationen an. Von schweizweit insgesamt 2650 Fahrzeugen hält Mobility für Privatkunden lediglich 19 Elektrofahrzeuge. Diese stehen jedoch nur an den Bahnhöfen der grössten Schweizer Städte zum Verleih bereit. Die tiefe Zahl erstaunt erst einmal. Mobility-Sprecher Patrick Eigenmann sagt dazu, dass sich das Angebot an Fahrzeugen der Nachfrage anpasse und laufend evaluiert werde. Aktuell seien keine Änderungen in Planung.