Limmattalbahn

Bahngegner wollen noch bis zur letzten Minute Unterschriften sammeln

Werden im Limmattal bald wieder solche Plakate aufgehängt? Die Bahngegner wollen eine neue Abstimmung erwirken

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Werden im Limmattal bald wieder solche Plakate aufgehängt? Die Bahngegner wollen eine neue Abstimmung erwirken

Das Komitee, das Unterschriften sammelt, um die zweite Etappe der Limmattalbahn noch zu stoppen, biegt auf die Zielgerade ein: Die Frist läuft noch bis zum 3. August. Wie viele Unterschriften bisher zusammengekommen sind, will das Komitee aber nicht offenlegen.

Die Limmattalbahn wird ein Fall für das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen. Dort sind vier Beschwerden gegen die Baubewilligung eingegangen, die der Bund im April erteilt hat. Dies dürfte nun auch die definitive Anzahl Beschwerden sein, wie gestern klar wurde. Ein Gerichtssprecher sagte auf Anfrage, dass nur noch theoretisch die Möglichkeit bestehe, dass eine verspätete Beschwerde eintrifft, etwa wenn ein Einsprecher aufgrund eines schweren Unfalls seine Post nicht hätte bearbeiten können.

Dass noch mehr Beschwerden dazukommen werden, ist daher sehr unwahrscheinlich.
Für die Projektverantwortlichen wird es nun eng. Denn schon im September soll mit dem Bau der ersten Etappe begonnen werden – und drei der vier Beschwerden beziehen sich auf den ersten Streckenabschnitt. Gesamtprojektleiter Daniel Issler hofft, dass den Beschwerden die aufschiebende Wirkung entzogen werden kann. Ansonsten wäre der Baustart im Herbst in ernsthafter Gefahr. Das Ziel der Limmattalbahn AG ist es, sich mit den Beschwerdeführern aussergerichtlich zu einigen.

NEUES VIDEOS VERWENDEN Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Die Redaktoren der Limmattalerzeitung sind die künftige Strecke schon einmal abgefahren, respektive abgelaufen. (10. April 2017)

«Wir sind gut unterwegs»

Auf eine andere Art und Weise bekämpft Bernhard Schmidt die Limmattalbahn. «Den Weg der Beschwerde einzuschlagen, ist sehr aufwendig und kostenintensiv», sagt der Präsident des Komitees «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren». Zudem seien die Erfolgsaussichten ungewiss. Schmidt, der auch parteiloser Schulpfleger in Dietikon ist, hat einen anderen Weg eingeschlagen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten sammelt er seit Februar Unterschriften für seine Volksinitiative, welche die Bahn zumindest ab Schlieren noch stoppen soll. Die Initianten fordern, dass das Stimmvolk im Kanton Zürich über die zweite Etappe der Limmattalbahn, die von Schlieren bis Killwangen-Spreitenbach führt, nochmals abstimmen kann. Zwar wurde der Kredit für die Limmattalbahn in der Abstimmung vom November 2015 deutlich angenommen – doch der Bezirk Dietikon, insbesondere die Städte Dietikon und Schlieren, lehnten das öV-Projekt ab.

6000 Unterschriften braucht das Komitee insgesamt. Wie viele bisher schon zusammengekommen sind, wollte Schmidt gestern auf Anfrage nicht verraten. Nur so viel: «Wir sind gut unterwegs.» Der Kampf gegen die Limmattalbahn sei immer noch ein grosses Thema bei der Limmattaler Bevölkerung, sagt Schmidt. Der Ärger sei nach wie vor gross. «Wir haben kürzlich am Dietiker Frühlingsmarkt Unterschriften für unsere Initiative gesammelt und wurden regelrecht überrannt», sagt er. Das Komitee will noch bis kurz vor Ablauf der Frist am 3. August weitersammeln, wie Schmidt sagt. «Wir wollen mehr als 6000 Unterschriften zusammentragen, damit wir abzüglich der ungültigen schliesslich sicher genügend zusammenhaben.»

Kommen die nötigen Unterschriften zusammen, prüft der Kanton deren Gültigkeit innerhalb dreier Monate. Danach beurteilt die Regierung die Gültigkeit der Initiative, bevor er sie an den Kantonsrat weitergibt. Stellt sich dieser gegen die Aufhebung des Volksentscheids zur Limmattalbahn, kommt es schliesslich zum erneuten Urnengang. Je nachdem, ob noch ein Gegenvorschlag ausgearbeitet wird, müsste innerhalb von 30 respektive 36 Monaten ab Einreichung der Initiative eine Abstimmung durchgeführt werden.

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