Geroldswil
Bagger statt Badewasser: Ein neues Gesicht für das Hallenbad

Normalerweise überwacht Maya Werder die Einhaltung der Baderegeln und stellt den Betrieb des Hallenbades sicher. Derzeit führen die beiden Becken in Geroldswil jedoch kein Wasser. Es musste schweren Maschinen weichen.

Sandro Zimmerli
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Bagger statt Badewasser: Ein neues Gesicht für das Hallenbad
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Entlang der Huebwiesenstrasse kommt das neue Planschbecken zu stehen
In der Sprungbucht müssen die Keramikplatten von Hand abgespitzt werden.
Insgesamt 18 Kubikmeter an Keramikplättli wurden entsorgt
Ein Bagger fährt vorsichtig ins grosse Schwimmbecken
Im Schwimmbecken sind alle Platten abgespitzt

Bagger statt Badewasser: Ein neues Gesicht für das Hallenbad

Sandro Zimmerli

Die Chefbademeisterin ist trotzdem jeden Tag im Hallenbad anzutreffen. Sie ist von der Gemeinde beauftragt, die Sanierungsarbeiten zu begleiten. Der temporäre Job bereitet Werder sichtlich Freude.

«Für mich ist das eine spezielle Situation. Aber ich finde es äusserst interessant, wie auf einer solch grossen Baustelle gearbeitet wird», sagt Werder. Vieles sei für sie Neuland. So sei ihr nicht bewusst gewesen, dass das Abbruchmaterial noch vor Ort fein säuberlich getrennt wird, ehe es abtransportiert wird. «Die Trennung findet statt, weil gewisse Materialien wie Beton recycelt werden, während andere ganz entsorgt werden müssen», so Werder.

Und Material hat sich schon einiges angesammelt. Seit Anfang Januar laufen die Rückbauarbeiten. «Besonders eindrücklich war das Abspitzen der Keramikplatten in den Becken», sagt Werder. Rund 18 Kubikmeter sind entsorgt worden. Insgesamt sind bereits 120 Kubikmeter Material abtransportiert worden. Dies entspreche gegen 15 Baumulden.

Doch nicht die Menge an Material macht die Baustelle im Hallenbad zu einem speziellen Arbeitsort, sondern die Tatsache, dass die Sanierung in einem bestehenden Gebäude durchgeführt wird. «Der Hotelbetrieb läuft während des Umbaus weiter. Das hat Auswirkungen auf die Planung», so Werder. An gewissen Tagen dürften beispielsweise keine lärmigen Arbeiten verrichtet werden, weil dann im Hotel Seminare durchgeführt werden.

Es ist tatsächlich sehr laut, wenn die Pressluftbohrer ihre Arbeit verrichten. Fast noch unangenehmer ist der viele Staub, der durch die Maschinen aufgewirbelt wird. «Deswegen mussten wir sämtliche technischen Anlagen, die von der Sanierung nicht betroffen sind, einpacken. So sollen sie möglichst gut vom Staub geschützt werden», sagt die Chefbademeisterin.

Material muss chlorbeständig sein

Eine weitere Besonderheit, die es bei einer Hallenbadsanierung zu beachten gelte, sei das verwendete Material. «Nicht jedes Eisen oder Kabel eignet sich für den Einsatz in einem Hallenbad», weiss Werder. Weil das Material durch die Chlordämpfe besonders beansprucht wird, muss es chlorbeständig sein.

Trotz der speziellen Konstellation, bei der Sanierung auch auf das Hotel Rücksicht nehmen zu müssen, laufen die Arbeiten wunschgemäss. «Wir sind im Zeitplan», sagt Werder. Komme nichts mehr dazwischen, könne das Hallenbad Mitte Oktober seine Tore wieder eröffnen. Dann soll das Bad nicht nur saniert, sondern dem Wunsch der Stimmberechtigten entsprechend auch attraktiver gestaltet sein. Vergangenen Juni haben die Geroldswiler an der Urne einen Kredit in der Höhe von 6,88 Millionen Franken genehmigt. Mit dem Geld soll beim Nichtschwimmerbecken ein Planschbecken hin zur Strasse entstehen. Zudem wird im Sprungbecken eine Kletterwand erstellt. Damit sich auch die Stimmbürger einen Eindruck von den Sanierungsarbeiten machen können, plant die Gemeinde in den nächsten zwei Monaten einen Tag der offenen Baustelle durchzuführen.