Es war eine herzhafte Versöhnung zwischen der ehemaligen Stadtpräsidentin Rita Geistlich und Kolumnist Bänz Friedli und somit der Höhepunkt eines illustren und geistreichen Nachmittags unter dem Titel „Tag der Wirtschaft" am Schlierefäscht 2011. „Ich habe mich extrem gefreut, dass ich eingeladen wurde. Damit durfte ich nun wirklich nicht rechnen", schmunzelte Friedli.

Geistlich und Friedli reichten sich die Hände und begruben damit den Zwist hinter zahlreiche Kolumnen von Bänz Friedli über Schlieren, die ironisch aber dennoch lieb gemeint waren, wie Friedli betonte. Doch nicht nur der gebürtige Berner Friedli - besser bekannt als Hausmann der Nation - glänzte in Hochform, sondern auch die geladenen Gäste unter ihnen der neugewählte Zürcher Regierungsrat Mario Fehr und Nationalrat Filippo Leutenegger. Einzig bei der Journalistin und zukünftigen Talk-Täglich-Produzentin von Tele Züri, Karin El Mais, wollte der Funken zum Publikum nicht springen. Vielleicht, weil das Thema Frauenquote in Top-Jobs schon zu oft in Referaten zur Qualitätssicherung für Frauen, benutzt wurde.

Schlagfertig und witzig

Regierungsrat Mario Fehr sprach über das Thema „Sicherheit - ein zentrales menschliches Bedürfnis". Genau jenes Thema also, welches immer wieder zu diversen Geschehnissen im Mittelpunkt steht. Doch Mario Fehr hielt fest, dass Zürich ein sicherer Kanton sei und er alles daran setzen werde, dass dies auch so bleibe. Nicht einmal Moderator Oliver Haindl, alias Bruno Weisskopf - beide wuchsen übrigens in Adliswil im selben Haus auf - schaffte es, Mario Fehr aus der Reserve zu locken.

Ganz im Gegenteil. Fehr, als bekennende FCZ-Anhänger meinte zum Abschluss an die Adresse der Zürcher Grasshoppers ganz trocken: „Der Stürmer Innocent Emeghara wurde eindeutig zu billig nach Frankreich verkauft". Etwas ernster mahnte Nationalrat Filippo Leutenegger, dass die Qualität der Schweiz als lösungsorientierter Staat unbedingt beibehalten werden müsse.

Der Amtsschimmel wieherte laut

In einigen Anmerkungen hörte man den Amtsschimmel laut wiehern, doch Leutenegger hielt fest: „In der Politik ist das meiste gut gemeint". Dass Felix Gutzwiler als Ständerat wiedergewählt würde, betonte Leutenegger deutlich. Doch der Name des zweiten Vertreters, für den Kanton Zürich, wollte Leutenegger partout nicht über die Lippen springen.

Dafür sorgte Bänz Friedli mit einer balkanesischen Eröffnung seines Gastspiels für grosse Heiterkeit. „In Schlieren ist viel in Bewegung, das sieht man. In Grundsatzpunkten jedoch, gerade im Schienen- und Strassenverkehr würde ich Schlieren wünschen, vom Kanton Zürich oder vom Bund mehr Unterstützung zu erhalten", hielt Bänz Friedli fest. Die musikalische Note an diesem Nachmittag setzte die Bündner Strahlefrau Marie Louise Werth. Mit „Hello Macho", einem fetzigen Pianosong, sorgte sie für einen feinen Seitenhieb an die Herren der Schöpfung.