Limmattal
Badis in der Region sind nur bedingt hindernisfrei

Längst nicht alle Freibäder der Region sind für Rollstuhlfahrer geeignet. Das zeigt eine neue Übersicht von Procap. Über einen Pool-Lift verfügt gar keine der regionalen Badeanstalten.

Anina Gepp
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Die Rampe zwischen dem Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken ist seit dem Umbau 2013 im Fondli abgeflacht, sodass sie gehbehindertengerecht ist.

Die Rampe zwischen dem Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken ist seit dem Umbau 2013 im Fondli abgeflacht, sodass sie gehbehindertengerecht ist.

Senada Haralcic

Die Freibäder in der Region haben alle wieder ihre Pforten geöffnet, der Saison steht nichts mehr im Wege. Nur: Für Menschen im Rollstuhl ist der Besuch des Freibads nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Der barrierefreie Zugang zu den Badeanstalten ist noch nicht überall gewährleistet.

Ob Umkleiden, Duschen, Toiletten und die Schwimmbecken gut erreichbar sind, müssen Rollstuhlfahrer bereits vor ihrem Besuch in Erfahrung bringen. Helfen soll ihnen dabei nun eine neue Übersicht von Procap Schweiz. Die gemeinnützige Organisation für Menschen mit Handicap hat gemeinsam mit dem Schweizerischen Schwimmverband eine Bäderliste veröffentlicht, die über die Zugänglichkeit der Badis für Menschen mit eingeschränkter Mobilität informiert. Fast 600 Frei- und Hallenbäder sind bereits erfasst, weitere folgen laufend. Darunter befinden sich bisher auch drei Limmattaler Freibäder.

Fondli plant einen Pool-Lift

Eines davon ist das Freibad Fondli in Dietikon. Seit der Wiedereröffnung im Jahre 2013 ist es besser aufgestellt als zuvor. So ist nun beispielsweise die Rampe zwischen dem Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken abgeflacht, sodass sie gehbehindertengerecht ist. Zudem seien nun auch die Garderoben rollstuhlgerecht, sagt Betriebsleiter Oskar Schildknecht. Die Toiletten und Duschen seien schon vor dem Umbau entsprechend ausgestattet gewesen.

Was der Dietiker Badi nun noch fehlt, ist ein Pool-Lift. Dieser sei jedoch bereits in Planung und werde in absehbarer Zeit installiert. Schon jetzt könnten aber auch Menschen im Rollstuhl schwimmen gehen, da der Einstieg ins Wasser relativ flach ist. «Bei uns können Menschen im Rollstuhl problemlos das Freibad besuchen», so Schildknecht.

Mit der Installation eines Pool-Lifts wäre das Fondli eines von wenigen Freibädern in der Schweiz, das auf dem aktuellen Stand ist. Der Einstieg ins Wasser sei insgesamt gesehen noch das grösste Problem bei den meisten Badeanstalten, sagt Helena Bigler, Leiterin Reisen und Sport von Procap Schweiz. Nur ganz wenige Badis seien damit ausgestattet. Eine Alternative sei eine Rampe, die abgeflacht ins Wasser führe. Eine solche könne aber nur bei einem Umbau realisiert werden. Die Rampe habe den Vorteil, dass sie weniger auffällig ist als ein Pool-Lift. Zudem sei sie auch für ältere Badegäste nützlich, da ihnen somit der Einstieg ins Schwimmbecken erleichtert wird.

Auf der Liste von Procap sind auch die die Freibäder Im Moos in Schlieren und die Badi Urdorf zu finden. In Schlieren sei lediglich die Umkleide nicht rollstuhlgerecht, die Toilette und Dusche hingegen schon, befindet die Übersicht. Ein Pool-Lift fehlt, der Zugang mit dem Rollstuhl ist jedoch bis zum Beckenrand gestattet. Schwieriger gestaltet sich der Besuch für Mobilitätseingeschränkte in der Badeanstalt hingegen in Urdorf. Hier sind laut der Daten von Procap weder Umkleide, Duschen, noch Toiletten behindertengerecht. Nur das Restaurant ist im Rollstuhl gut zu erreichen.

Das Freibad Geren ist noch nicht auf der Liste von Procap. In Birmensdorf sind aber weder Toiletten, Garderoben, noch Duschen entsprechend ausgestattet. Auch gibt es für Rollstuhlfahrer keine eigenen Parkplätze. In der Badi Zwischen den Hölzern, die bis dato ebenfalls noch nicht aufgelistet wird, sind hingegen alle diese Punkte erfüllt.