Dietikon
«Badi-(S)Pass Limmattal»: Gemeinderat Philipp Müller (FDP) fordert regionales Badi-Abo

Philipp Müller (FDP) setzt sich in einer Interpellation für ein Verbundsabo aller Bäder im Limmattal ein.

Anina Gepp
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Das Konzept des Verbundsabos funktioniert bereits im Zürcher Oberland und in der Stadt Zürich. Der Dietiker Stadtrat wird nun prüfen, ob sich ein ähnliches Modell auch im Limmattal lohnen würde.

Das Konzept des Verbundsabos funktioniert bereits im Zürcher Oberland und in der Stadt Zürich. Der Dietiker Stadtrat wird nun prüfen, ob sich ein ähnliches Modell auch im Limmattal lohnen würde.

ch. Murer

Dietikon hat die schnellste Rutschbahn, in Schlieren badet man ohne Chemie und Oberengstringen überzeugt mit der Lage im Grünen. Jede Badeanstalt im Limmattal hat ihre speziellen Vorzüge. Beim Kauf des Abonnements entscheiden sich die meisten Limmattaler aber nur für ein Bad. Genau das möchte Philipp Müller nun ändern.

Dem Dietiker FDP-Gemeinderat schwebt vor, einen «Badi-(S)Pass Limmattal» zu initiieren und damit den Besuchern in der Region Zutritt in alle Badeanstalten mit nur einer Karte zu ermöglichen. In einer Interpellation bittet er den Stadtrat deshalb, zu prüfen, welche Vor- und Nachteile sich aus einem solchen Verbund ergäben.

Günstigere Eintrittspreise

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Müller für die Limmattaler Wasserfreunde einsetzt. Dieses Frühjahr machte er sich mittels einer Interpellation bereits für eine Flussbadi stark, letzten Sommer sorgte er sich um die Sicherheit der «Gummiböötler» auf der Limmat. «Das Thema Freizeit ist mir wichtig und auch für die Standortqualität von Bedeutung», so Müller.

«Ich erhoffe mir günstigere Preise und eine bessere Verteilung der Besucher an Hitzetagen.» Philipp Müller, FDP-Gemeinderat

«Ich erhoffe mir günstigere Preise und eine bessere Verteilung der Besucher an Hitzetagen.» Philipp Müller, FDP-Gemeinderat

Zur Verfügung gestellt

Die Dietiker Einwohner sollen nicht nur in der Stadt schlafen, sondern vielmehr auch ihre Freizeit aktiv und abwechslungsreich gestalten können. Durch einen Verbund der Badis erhofft sich der Politiker günstigere Preise für die Besucher und eine bessere Verteilung der Menschen an Hitzetagen. Wenn man die Wahl habe, in welche Badeanstalt man gehen wolle, sei man flexibler, so Müller.

Konzept funktioniert im Kanton

Dass das Konzept funktioniert, zeigen verschiedene Beispiele im Kanton. In der Stadt Zürich können Saison- und Jahresabos gekauft werden, die insgesamt für 24 Bäder gültig sind. Auch im Zürcher Oberland haben sich die Gemeinden zusammengetan. Ein Saisonabo kostet für Erwachsene 90 und für Kinder 40 Franken. Damit kann in 13 verschiedenen Bädern geplanscht werden.

Peter Imhof, Geschäftsführer des Verbands Region Zürich Oberland (RZO), wertet den 2012 eingeführten «Badespass» als vollen Erfolg. «Der Erlös ist grösser als je zuvor. Der Umsatz liegt im sechsstelligen Bereich», sagt er. Der Weg dahin sei aber nicht immer einfach gewesen, räumt Imhof ein. Zu Beginn habe man die Gemeinden schon überzeugen müssen, am Verbund teilzunehmen. Deshalb sei der eigentlichen Lösung ein Zwischenschritt vorangegangen. «Mit dem sogenannten Halb-Tax-Abo konnten alle Besitzer einer Saisonkarte in einem zweiten, selbst gewählten Freibad der Region zum halben Preis schwimmen gehen», so Imhof.

Dadurch hätten die Badeanstalten gemerkt, dass sie nur voneinander profitieren können und dass es keine Verlierer gebe. Nach fünf Jahren in denen sich das neue System nun bewährt hat, will der RZO sogar noch einen Schritt weiter gehen. «In Zukunft sollen nur noch Einwohner der Gemeinde ein Einzelabo für ihre Badi lösen können», so Imhof. Auswärtigen würde dann nur noch der «Badespass» angeboten. Preislich mache das durchaus Sinn, sagt er. Das Verbundsabo koste nämlich nicht mehr als das teuerste Einzelabo.

Umstellung für kleine Bäder

Imhof glaubt fest daran, mit dem «Badespass» den richtigen Schritt gemacht zu haben. Bisher sei nur eine Badi wieder ausgestiegen, weil sie bemängelte, dass Umsatz und Aufwand nicht übereinstimmten. Für kleinere Betriebe sei vor allem der Umstieg auf ein elektronisches Erfassungssystem der Eintritte zu Beginn eine Herausforderung, so Imhof. Aber nur damit könnten die Besucherzahlen genau erfasst und das eingenommene Geld nach den erfassten Frequenzen wieder auf die Badis verteilt werden, sagt er.