Ein Pumpwerk bei Oetwil wird Wasser auf den Hüttikerberg in einen Speicher befördern. Von dort soll es über ein Leitungsnetz im freien Gefälle zu den Feldern im Furttaler Talboden fliessen.
20 Landwirte und Gemüseproduzenten des Furttals haben als Trägerschaft des Projekts am Montagabend die Bewässerungsgenossenschaft Furttal (BGF) gegründet. Sie wird als Bauherrin das Projekt ausführen und später den Betrieb begleiten.

Furtbach liefert zu wenig Wasser

Derzeit bewässern die Furttaler Landwirte ihre Kulturen mit Wasser aus dem Furtbach und mit Grundwasser. Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) will aber den Wasserbezug aus dem Furtbach einschränken und hat den Landwirten nur noch befristete Konzessionen erteilt. Der Grund ist nicht neu: Die Restwassermenge im Furtbach ist in Trockenphasen zu klein und die Wasserqualität gerade für die Bewässerung von Salat kritisch. Grundwasser als alleinige Quelle für die Bewässerung ist zu wenig vorhanden. Die einzige Lösung ist, das Wasser aus der Limmat ins Furttal zu pumpen, wie Marco Pezzatti vom Amt für Landschaft und Natur (ALN) darlegt. «Es ist ein Pilotprojekt und ganz neu für uns, aber wir sind zuversichtlich, dass es gelingt.» Die Limmat führe auch in Trockenphasen genügend Wasser und die Wasserqualität sei gut.

Das ALN hat ein Vorprojekt ausarbeiten lassen, das die Wirtschaftlichkeit eines Pumpwerks mit Speicher und Verteilnetz geprüft hat. Es rechnet mit Kosten von acht Millionen Franken, wobei das Verteilnetz auf neun Kilometern Länge durchs ganze Furttal mit 3,3 Millionen Franken den grössten Posten ausmacht.

Das Projekt darf laut Pezzatti auf Subventionen von Bund und Kanton hoffen: Voraussichtlich fliessen 2,2 Millionen aus dem Topf des Bundes und
2,4 Millionen aus der Kantonskasse. Die Landwirte hoffen zudem auf einen Beitrag der Furttaler Gemeinden. Die Landwirte selbst müssen für den Restbetrag von rund 3 Millionen Franken aufkommen, was etwa 300 000 Franken pro Jahr entspricht. Der Kubikmeter Wasser wird voraussichtlich etwas weniger als einen Franken kosten. Der Wasserpreis wäre somit etwas günstiger, als wenn die Landwirte das Wasser von den Hydranten der Gemeinden beziehen müssten.

Pumpwerk soll helfen den Furttaler Talboden zu bewässern.

Pumpwerk soll helfen den Furttaler Talboden zu bewässern.

Sonderregelung für Golfplatz

Ein weiterer Wasserverbraucher im Furttal ist der Golfplatz Otelfingen. Da die Subventionen an die landwirtschaftliche Nutzung gebunden sind, muss man mit dem Golfplatz eine separate Abmachung treffen, wie der neu gewählte Genossenschaftspräsident, der Dälliker Gemüseproduzenten Ueli Forster, sagt.

Als nächsten Schritt werde man die Grundeigentümer kontaktieren und deren Zustimmung für die Verlegung der Leitungen einholen. Der genaue Verlauf des Verteilnetzes sei derzeit aber noch unklar, wie Forster betont.

Das Pumpwerk in Oetwil soll zu Spitzenzeiten 120 Liter Wasser pro Sekunde im 24-Stunden-Betrieb den Hüttikerberg hinaufpumpen. Das entspricht der Wassermenge einer Badewanne. Gesammelt wird das Wasser in einem Speicher auf rund 550 Meter Höhe. Eine Hauptleitung führt das Wasser ins Tal, wo verschiedene Stichleitungen zu den Verbrauchern führen. «Trotz der Pumpanlage werden nicht alle gleichzeitig den Hahn aufdrehen können», betont Forster. Die Gemüseproduzenten, Landwirte und die Golfplatzbetreiber werden die Bewässerungszeiten untereinander absprechen müssen. Die Genossenschaft bietet den Rahmen für das gemeinsame Vorgehen.