Limmattal
Letztes Jahr Corona, dieses Jahr schlechtes Wetter: Die Badis erleben die zweite schwierige Saison in Folge

Wegen des miesen Wetters verzeichnen die Freibäder im Limmattal weniger Eintritte als in anderen Jahren. Die Betreiber hoffen nun auf die Sommerferien.

Carmen Frei
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Nur wenige Gäste wagten sich beim schlechten Wetter in die Freibäder im Limmattal. Auch beim Freibad im Moos in Schlieren verlief die Saison bis jetzt nicht ideal.

Nur wenige Gäste wagten sich beim schlechten Wetter in die Freibäder im Limmattal. Auch beim Freibad im Moos in Schlieren verlief die Saison bis jetzt nicht ideal.

Archivbild:
Colin Frei

Die Freibäder im Limmattal haben es nicht leicht. Waren es letztes Jahr der Lockdown und die strengen Coronamassnahmen, so macht ihnen dieses Jahr das schlechte Wetter zu schaffen. Die vielen Regentage drücken auf die Gästezahlen.

Ein Lichtblick war einzig der zeitweise Wetterumschwung im Juni. «In den zehn Tagen, an denen schönes Wetter war, hat es einen Ansturm gegeben», sagt Shaban Hashani, Verantwortlicher des Freibads Weihermatt in Urdorf.

Weniger Besucher, dafür endlich wieder Veranstaltungen

Der Umsatz sei aktuell zwar vergleichbar mit jenem zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Allerdings öffnete das Freibad Weihermatt 2020 wegen des Lockdowns erst am 8. Juni. «2021 ist eine der schlechtesten Saisons der letzten zehn Jahre», meint Hashani deshalb.

Er blickt auch nicht sehr optimistisch in die Zukunft. Hashani sagt:

«Letztes Jahr haben viele die Sommerferien wegen Corona zu Hause verbracht. Nun werden viele ins Ausland reisen. Wir erwarten im Vergleich zu den letzten Sommerferien weniger Gäste.»

Eher schlechter Start in Schlieren, aber mehr Besucher als 2020

Auch in Schlieren sei die Badesaison bis jetzt eher schlecht verlaufen, sagt André Thoma, stellvertretender Abteilungsleiter Werke, Versorgung und Anlagen der Stadt. Die Besucherzahlen seien im Vergleich zum Coronajahr 2020 aber dennoch höher.

Im vergangenen Jahr seien dafür in den Schulferien mehr Gäste als in den Vorjahren ins Freibad gekommen. «Wir hoffen, dass dies auch dieses Jahr noch der Fall sein wird», sagt Thoma. Deshalb hoffe man, dass es die nächsten Wochen noch so richtig auf Sommer drehe.

In den Freibädern hoffen alle auf gutes Wetter

Ähnlich wie in Urdorf und Schlieren präsentiert sich die Situation in Birmensdorf. Das Wetter und die Einschränkungen wegen der Pandemie zu Beginn der Badesaison hinterlassen ihre Spuren. «Wir haben viel weniger Gäste als in den letzten Jahren», sagt Bademeister Srdjan Markovic. Er sagt:

«Im vergangenen Jahr hatte vor allem die Vorsicht einen Einfluss auf die Besucherzahlen. Dieses Jahr hat uns beides getroffen, die Vorsicht und das schlechte Wetter.»

Auch er glaubt, dass in den Sommerferien wohl nicht mehr Gäste ins Freibad Geren kommen werden. «Wenn alle verreisen, dann verzeichnen wir auch nicht die grossen Besucherzahlen.» Im vergangenen Jahr seien hingegen viele Personen hiergeblieben und ins Freibad gekommen.

«Aber nun höre ich von den Gästen, dass sie in den Ferien einfach nur weggehen möchten», sagt Markovic. «Wenn es schönes Wetter geben sollte, könnten allenfalls die letzten Ferienwochenenden im Aargau und in Zürich noch gut laufen», meint er jedoch.

Die traditionellen Spitzentage fielen weg

Auf anhaltend schönes Wetter hofft auch Noémie Messinger, Betriebsleiterin des Freibads Zwischen den Hölzern in Oberengstringen. Aktuell sei das Wetter zu unbeständig.

Die Badesaison in Oberengstringen verlief bis anhin entsprechend ruhig. «Normalerweise rechnen wir an Mittwochnachmittagen und an den Wochenenden mit generell höheren Besucherzahlen», sagt Messinger. Diese Spitzen seien dieses Jahr nicht erkennbar.

Die Gäste lassen sich das Baden nicht nehmen

Dennoch gab es auch Gäste, die sich vom schlechten Wetter nicht abschrecken liessen. «Beeindruckt hat mich eine Familie mit zwei Kindern, die sogar bei Regenwetter und kühlen Wassertemperaturen einige Male schwimmen war – inklusive anschliessender Glace», sagt Messinger.

Die Besucherzahlen sind laut Messinger bis jetzt durchschnittlich. «Bisher haben wir rund 20'100 Eintritte verzeichnet. Zum selben Zeitpunkt 2020 hatten wir rund 14'000 Eintritte», sagt sie. Das Freibad sei letztes Jahr aber erst im Juni in die Saison gestartet anstatt wie üblich bereits Mitte Mai. 2019 hatte das Freibad bis Mitte Juli schon 31'000 Badegäste verzeichnet.

In Dietikon wartet das Freibad Fondli auf die Sonne

Auch im Freibad Fondli in Dietikon ist die Badesaison eher durchzogen angelaufen. «Wir hatten einige wenige schöne und heisse Tage mit sehr vielen Besuchern. Aber mit dem momentan herrschenden Wetter sind die Besucherzahlen natürlich sehr tief», sagt Michael Weber, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung der Stadt Dietikon.

Während 2019 bis Mitte Juli bereits 52'000 Personen das Freibad besucht hätten, seien es aktuell nur knapp 33'000 – und dies, obschon man 2021 eine Woche früher startete als vor zwei Jahren. 2020 konnte das Fondli wie alle anderen Freibäder erst im Juni öffnen und zählte bis Mitte Juli knapp 23'000 Gäste.

Auch Michael Weber hofft nun auf die Sonne und heisse Temperaturen. Er meint: «Wir hoffen auf eine schnelle Wetterbesserung – vor allem auch im Hinblick auf die Sommerferien.»

Veranstaltungen in den Freibädern

Vom Mittwoch, 11. bis Freitag, 13. August, findet im Urdorfer Freibad Weihermatt ein Open-Air-Kino statt. Der Anlass wird von der Kulturkommission Urdorf organisiert. Er freue sich darauf, sagt Shaban Hashani, Verantwortlicher des Freibads. «Das Kino war schon letztes Jahr ein Thema, wir mussten es aber auf diese Saison verschieben», erklärt Hashani. Er finde es wichtig, im Freibad wieder Anlässe durchzuführen, nachdem bereits viele andere Veranstaltungen abgesagt werden mussten.

Mit einigen Veranstaltungen wartet auch das Bio- und Gartenbad Im Moos in Schlieren auf. Am 24. Juli und 21. August findet das Vollmondschwimmen statt, am Freitag, 20. August, organisiert die Kulturkommission der Stadt Schlieren ein Open-Air-Kino. Im Freibad wird ausserdem am Mittwoch, 25. August, der Schwimmwettkampf «Schlieremer Fisch» durchgeführt.