Bergdietikon
Badener Stadträtin Regula Dell'Anno kam an die Gemeindeversammlung, um die Sozialdossiers abzuholen

Regionaler Sozialdienst der Bäderstadt übernimmt das Dutzend Bergdietiker Sozialfälle. Dieser Zusammenarbeit hat nun die Bergdietiker Gemeindeversammlung zugestimmt.

David Egger
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Die Badener Stadträtin Regula Dell'Anno (SP) war an der Bergdietiker Gemeindeversammlung zu Gast und dankte dieser für das Vertrauen. (Archivbild)

Die Badener Stadträtin Regula Dell'Anno (SP) war an der Bergdietiker Gemeindeversammlung zu Gast und dankte dieser für das Vertrauen. (Archivbild)

Walter Schwager

«Herzlichen Dank! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit», sagte die Badener Stadträtin Regula Dell’Anno (SP), nachdem die Bergdietiker Gemeindeversammlung am Donnerstagabend den Gemeindevertrag des Regionalen Sozialdiensts Baden genehmigt hatte. Bergdietikon ist nach Turgi bereits die zweite Gemeinde, deren ­Sozialfälle von der Stadt Baden betreut werden. In Turgi ist es seit diesem Jahr so weit, Bergdietikon übergibt der Stadt Baden per 2021 die administrative Fallführung und per 2022 sind die Bergdietiker Dossiers dann komplett im Sozialdienst der Stadt Baden integriert.
Für Bergdietiker Sozialhilfebezüger soll sich nicht viel ändern. Schon bisher hatten sie nicht direkt mit der Bergdietiker Gemeindeverwaltung zu tun, sondern mit dem «Gemeindeverband Jugend-, Familien-
und Seniorenberatung Soziale Dienste Region Baden (JFB)».

Aber dieser ist zu ineffizient und unprofessionell – fanden zumindest die Gemeinderäte von Turgi, Bergdietikon und Birmenstorf. Alle drei Gemeinden beschlossen den Austritt aus dem Verband. Die Bergdietiker Gemeindeversammlung stimmte dem Austritt per Ende 2021 letztes Jahr zu.

Kommt hinzu: Der «JFB» zügelt bald ins Badener Aussenquartier Dättwil. Das würde für Bergdietiker eine noch längere Anreise bedeuten. Dies war ein weiteres Argument für den Wechsel zum Sozialdienst der Stadt Baden.

Es geht um wenig Fälle: 2019 gab es in Bergdietikon gerade mal acht Dossiers zu bearbeiten, die total 15 Fälle beinhalteten. Sozialhilfe ist in der Berggemeinde, die mit etwas Pathos auch als Beverly Hills of Limmattal bezeichnet wird, kein grosses Thema. Die Kosten läppern sich trotzdem: Eine Viertelmillion Franken materielle Hilfe richtete die Gemeinde 2019 aus. An den «JFB» zahlte die Gemeinde 90000 Franken.

Bergdietikon ist jetzt auch eine Energiestadt

Die Badener Stadträtin Dell’Anno war nicht der einzige Gast an der Bergler Gemeindeversammlung: Anna Aeberhard von der Nova Energie Impuls AG war auch in der Turnhalle dabei. In feierlicher Mission: Bergdietikon erhielt am Donnerstag das Energiestadt-Label. Der Bergdietiker Gemeindeammann Ralf Dörig (FDP) freute sich, hielt aber auch fest, dass es letztlich nicht um das Label gehe, sondern um den Prozess. Der Gemeinderat will das Thema Nachhaltigkeit intensiver an die Hand nehmen und «die künftigen politischen Stossrichtungen auch unter diesem Aspekt beurteilen». Anna Aeberhard hat mit der Gemeinde eine entsprechende Strategie erarbeitet.

Das sind die weiteren Beschlüsse der Bergdietiker Gemeindeversammlung

Feierliche Höhepunkte der Bergdietiker Gemeindeversammlung waren die Einbürgerung der Slowakin Olga Mastroianni und ihrer Tochter Chiara sowie der Italienerin Susanna Giase. Beides erfolgte einstimmig und fand seinen Abschluss in der traditionellen Übergabe eines Sackmessers mit dem eingravierten Datum der Versammlung durch Gemeinderat Paul Monn (parteilos). Ebenso einstimmig genehmigte die Versammlung das Budget 2021 mit gleichbleibendem Gemeindesteuerfuss von 84 Prozent, das Protokoll der Gemeindeversammlung vom
28. November 2019, den Rechenschaftsbericht 2019, die Kreditabrechnung zu Trinkwasserleitung, Abwasserleitung und Deckbelag in der Bernetstrasse, sowie die Kreditabrechnung zur Lärchenstrasse, die Rechnung 2019 und die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst der Stadt Baden (siehe Text oben). Die Jahresrechnung 2019 schliesst mit einem Plus in der Höhe von 1,4 Millionen Franken. Im Budget 2021 wird mit einem Minus von 1,8 Millionen Franken gerechnet. Der Steuerfuss von 84 Prozent ist der elfttiefste der 200 Aargauer Gemeinden. (deg)