Limmattal
Bademeister sind auch Sprachakrobaten für die multikulturellen Gäste

Nicht alle Badibesucher können Deutsch – die Badis setzen auf sprachbegabtes Personal.

Janine Gloor
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Schwimmbad Geren in Birmensdorf,
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Wie seine Kollegen im Schwimmbad Weihermatt in Urdorf spricht auch Badmeister Hans Käser mehrere Sprachen.
Die Badi in Oberengstringen.
Schwimmbad Im Moos in Schlieren,
Badi Limmattal

Schwimmbad Geren in Birmensdorf,

Lina Giusto

Die Gäste in den Limmattaler Badis sind so multikulturell wie die Region selbst. Das spiegelt sich auch in der sprachlichen Vielfalt wider. Nur mit Deutsch kommen die Bademeister und die anderen Mitarbeiter nicht immer zum Ziel. Doch in den Badis weiss man sich zu helfen. Urdorf geht mit gutem Beispiel voran, hier sprechen alle Bademeister mehrere Sprachen. Zu den Muttersprachen gehören Deutsch, Französisch, Arabisch, Italienisch und Spanisch. «Wir haben bei uns gar keine Verständigungsprobleme», sagt Bademeister Hans Käser. Mehrere Sprachen können bei der Anstellung als Bademeister helfen. «Neben den fachlichen Qualifikationen ist die Kommunikationsfähigkeit im Allgemeinen und die Mehrsprachigkeit im Speziellen ein wichtiges Kriterium», sagt Daniel Brunner, Bereichsleiter Liegenschaften und Sportbetriebe.

Gibt es keine gemeinsame Sprache, müssen die Bademeister auf nonverbale Mittel zurückgreifen. «Wenn es Probleme wegen der Sprache gibt, arbeiten wir mit Bildern und Piktogrammen, das funktioniert gut», sagt Carolina Schaffner, Betriebsleiterin des Schwimmbads Zwischen den Hölzern in Oberengstringen. Es gebe bei ihr allerdings ein Verständigungsproblem, das nichts mit der Sprache zu tun habe. «Manche Männer aus anderen Kulturkreisen sind es nicht gewohnt, dass Frauen Anweisungen geben. Da muss ich manchmal einen männlichen Bademeister hinzuziehen.» Ausländische Frauen dagegen seien immer sehr bedacht darauf, alles zu verstehen und würden die Kinder als Übersetzer einsetzen.

Ein schlechter Start muss noch nichts heissen

Der Sommer hatte dieses Jahr einen kühlen, nassen Start. Gibt das eine Saison zum Vergessen? Die Badmeister sind nicht besorgt. «In der Schweiz geht der Sommer vier Monate, normalerweise regnet es davon sechs bis acht Wochen lang», sagt Hans Käser, Badmeister in Urdorf. «Dieser Sommer hat für uns schlecht begonnen. Wenn es aber warm bleibt, wird es am Ende eine durchschnittliche Saison werden.» So sehen es auch die anderen. «Zu tun gibt es immer etwas, auch wenn das Wetter schlecht ist», sagt Carolina Schaffner. Die Betriebsleiterin der Badi Oberengstringen glaubt nicht, dass sich der regnerische Saisonstart negativ auf die Bilanz auswirken werde. Auch der Schlieremer Badmeister Mihajlo Nikic bleibt gelassen: «Ich will nicht jedes Jahr über das Wetter jammern. Petrus ist für das Wetter zuständig, ich für die Badi.» (JGL)

«Sprache ist Teil der Integration»

Auch im Schwimmbad Geren in Birmensdorf baden viele ausländische Gäste. Doch laut Bademeister Srdjan «Süri» Markovic gibt es keine sprachlichen Barrieren. «Wir sind ein Familienbädli, man versteht sich hier.» Mit den meisten Gästen spreche er Deutsch, manchmal Englisch. Markovic spricht auch serbokroatisch, doch auch mit den Gästen, die ebenfalls serbokroatisch können, spricht er meistens Deutsch. «Manchmal schwimmen auch Flüchtlinge bei uns», sagt er weiter. Diese seien immer freundlich, können ein wenig Deutsch oder Englisch. «Und schwimmen können sie auch.»

Für Bruno Rabe, Leiter des Amts für Umwelt und Gesundheit in Dietikon, ist Deutsch im Schwimmbad Fondli selbstverständlich: «Grundsätzlich wird in der Badi Deutsch gesprochen. Wir sind in der Deutschschweiz und die Sprache ist Teil der Integration.» Sollte es aber trotzdem zu Verständigungsproblemen kommen, können Mitarbeitende, die weitere Sprachen wie Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Türkisch beherrschen, behilflich sein. «Ein Problem mit der Sprache konnten wir bis heute immer lösen», sagt Rabe.

In der Biobadi Im Moos in Schlieren kommt es manchmal vor, dass Gäste gar kein Deutsch sprechen. Kein Problem für Bademeister Mihajlo Nikic. «Wir haben Mitarbeiter, welche albanisch oder italienisch sprechen», sagt er. Er selber spricht serbokroatisch, bosnisch und mazedonisch und benutzt die Sprachen auch beim Arbeiten. Auch mit den Flüchtlingen, welche im «Mösli» baden, verlaufe die Kommunikation reibungslos. «Wir haben Asylbewerber, die bei uns arbeiten und falls nötig beim Übersetzen helfen. Wir sind international.»
Probleme mit der Sprache sind alle lösbar, da sind sich die befragten Bademeister einig. «Schwieriger wird es, wenn sich die Leute nicht an die Regeln halten. Doch das hat nichts mit Herkunft oder Sprache zu tun», fasst Nikic zusammen.