Die Stadt Dietikon sorgt zurzeit mit ihrem Ferienangebot für Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren für Aufsehen. In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum bietet die Stadt in den Herbstferien sogenannte «Girlsdays» und «Bro's Days» an. So können sich Mädchen zum Beispiel fürs Backen, die Textilwerkstatt, den Girlsabend oder das Wandspiegelverzieren einschreiben. Die Jungs hingegen haben die Auswahl zwischen einem Besuch im Fifa-Museum, Streetsoccer oder der Zubereitung eines American Burgers.

Das Ferienangebot stösst bei einigen Politikerinnen auf Kritik. «Was vermittelt das denn für ein Bild? Teenager-Mädchen sollten sich für Kochen und Nähen interessieren und Jungs dürfen sich mit Fussball vergnügen? Da waren wir doch schon mal weiter», sagt Natascha Wey, Co-Präsidentin der SP Frauen, gegenüber dem Newsportal «Nau.ch».

Ablehnung zeigt auch Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich: «Das ist eine Zuwiderhandlung gegen das Gleichstellungsgesetz», kritisiert sie gegenüber dem Portal. Trachsel schlägt deshalb der Stadt vor, künftig alle Angebote für Jungen und Mädchen zu öffnen. Die Frau dekoriere das Haus, der Mann besuche die Fifa – das seien die traditionellen Rollenmuster.

Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass gewisse Programmpunkte stereotypisch sind. Vom Vorwurf, das Angebot sei sexistisch, wollen sie aber nichts wissen. «Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist es sinnvoll, dass die Mädchen und Jungs die Möglichkeit haben, sich unter anderem in einem genderspezifischen Rahmen mit sich selbst, Rollenbilder sowie eigenen Fähigkeiten auseinandersetzen zu können», schrieb die Abteilung Jugendarbeit der Stadt Dietikon in einer Stellungnahme.