Urdorf
Bachschulhaus-Sanierung günstiger als geplant - trotz Käfer-Befall

Die Gebäudesanierung kam trotz eines Käfer-Befalls günstiger als geplant – und hat sich gelohnt. So hat zum Beispiel die Bibliothek mehr Nutzer.

David Egger
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Das schmucke Bachschulhaus an der Birmensdorferstrasse in Urdorf wurde 1838 erbaut. Seit der Sanierung ist das altehrwürdige Gebäude noch beliebter.

Das schmucke Bachschulhaus an der Birmensdorferstrasse in Urdorf wurde 1838 erbaut. Seit der Sanierung ist das altehrwürdige Gebäude noch beliebter.

David Egger

Für ihr Schmuckstück Geld locker gemacht: Das hat die Urdorfer Gemeindeversammlung im November 2014, als sie einstimmig 1,633 Millionen Franken für die Erneuerung des Bachschulhauses sprach. Nun erhält sie den Kaufbeleg: Am Mittwoch stimmt sie über die Bauabrechnung ab. Der Kredit wurde um rund 13 000 Franken unterschritten – eine Abweichung von gerade mal 0,8 Prozent. Auf dem Weg zu dieser Punktlandung gab es aber diverse Mehr- und Minderkosten.

Die Urdorfer Gemeindeversammlung findet statt am Mittwoch, 14. Juni, um
20 Uhr in der Mehrzweckhalle Zentrum.

Das lebhafteste Beispiel für Mehrkosten hauste im Dachstock: Käfer hatten die Dachbalken zerfressen, wie bei den Sanierungsarbeiten bemerkt wurde. Dieser Holzschmaus der kleinen Geschöpfe verschlang 20 000 Franken. Nur das in der Baubewilligung vorgeschriebene Anbringen von Jalousien (30 000 Franken) und die Auflagen der Feuerpolizei (45 000 Franken) sorgten für höhere Mehrkosten als die Käfer. Abgefedert wurden die verschiedenen Mehrkostens insbesondere durch die eingeplanten Reserven von 90 000 Franken sowie durch verschiedene Einsparungen. Hier sticht insbesondere die Beschaffung von neuem Bibliothekmaterial heraus. 25 000 Franken günstiger kam es, da hier der Markt gut spielt.

Die Vereine sind treue Nutzer

Die Investition ins Gebäude hat sich gelohnt: Die Räume werden viel häufiger vermietet als früher. Fast an allen Tagen sind sie belegt und an manchen mehrfach, wie die Gemeinde bestätigt. Zur Gratismiete berechtigt sind die Gemeinde sowie Vereine, die im Kartell der Ortsvereine Urdorf (Kovu) dabei sind und die Ortsparteien.

Auch die Bibliothek erlebt nach der Sanierung ihren zweiten Frühling: 149 neue Nutzer wurden 2016 gezählt, 73 928 Medien wurden ausgeliehen. Das sind 1,75 Prozent mehr als im Vorjahr, wo aufgrund des Bachschulhaus-Umbaus die tiefsten Ausleihzahlen der letzten zehn Jahre verzeichnet wurden. Nun ist also die Talsohle durchschritten. Im Oktober wurde die Bibliothek wiedereröffnet. Die Zunahme der Ausleihen basiere vor allem auf den Monaten November und Dezember, schreibt das Bibliotheksteam in seinem Jahresbericht.

Bibliotheks-Öffnungszeiten:
Mo., Di., Mi., und Fr.: 14-19 Uhr. Do. und Sa.: 9-13 Uhr.

Es geht davon aus, dass die Anzahl Ausleihen vorerst weiter steigt, bevor sie wieder leicht zurückgeht und sich einpendelt – für diese Prognose sprechen die Erfahrungen anderer Bibliotheken.Ein grösseres Raumangebot, eine schönere Bibliothek und höhere Nutzerzahlen: Die Urdorfer haben etwas für ihr Geld erhalten, über dessen Abrechnung sie nun abstimmen.

Die Politische Gemeinde stimmt zudem über ihre Jahresrechnung mit einem Plus von 2,9 Millionen Franken ab und die Schulgemeinde über ihr Defizit von 1,6 Millionen Franken, das das Eigenkapital auf 4,8 Millionen Franken schmelzen liess. Die Rechnungsprüfungskommission hat beide Jahresrechnungen und die Bachschulhaus-Kreditabrechnung für richtig befunden und den Stimmberechtigten zur Genehmigung empfohlen.