Bergdietikon
Bachlechner-Preis 2014 als Anerkennung im Zeichen der «Verkannten»

Béatrice und Hanns Bachlechner verleihen den Bachlechner-Preis 2014 an Arnold Dürst. Dessen Werke bestechen nicht nur durch seine Bilder, sondern auch durch die dazugehörigen, zeitkritischen Texte.

Ly Vuong
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Bachlechner Preis 2014
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Neben Toni-Brühlmann-Jecklin...
... nahm auch der ehemalige Stadtrat Jean-Claude Perrin an der Verleihung teil.

Bachlechner Preis 2014

Ly Vuong

Der 83-jährige Maler, Zeichner und Literat Arnold Dürst erhält den Bachlechner-Preis 2014. Er habe erst über Umwege zur Kunst gefunden, so Hanns Bachlechner in seiner Laudatio. Dürst lernte zuerst Schriftsetzer und absolvierte eine Handelsschule, um den Erwartungen seiner Zeit und der Eltern gerecht zu werden. Erst später ging der gebürtige Glarner an die Kunsthochschule Zürich. Im Anschluss arbeitete er einige Jahre in der Werbung, widmete sich erst 1988 ganz seiner Kunst, dem Zeichnen mit Bleistift und Malen mit Weichpastell. Die technisch perfekten und sauberen Zeichnungen Dürsts seien untrennbar mit den dazugehörenden zeitkritischen Texten des Künstlers verbunden, erklärt der Galerist Bachlechner.

Dafür, dass Dürst Zeitgeschichte weder anständig noch unanständig, sondern ständig widerständig dokumentiert, werde Dürst mit dem Bachlechner-Preis ausgezeichnet, resümiert der Galerist seine Rede.

Spatzen: Symbol für Unterschicht

Der Preisträger selbst referiert aus seinem Text «Die Verkannten», der seine Haltung zur Kunst wiedergebe. Es gebe viele unentdeckte Talente, hält er fest. Im gleichnamigen Bild sind Pinguine und Spatzen abgebildet. Dabei beeindrucken ihn die Pinguine durch ihr soziales Leben in der unwirtlichen Eiswüste Antarktis. Die Spatzen stünden ebenfalls fürs Verkanntsein grosser Leistungen unterer Schichten, die unter harten Bedingungen Grosses leisten, so Dürst.

Mut zum Querdenken

«Der Preis muss etwas Schönes für Dürst sein. Als Freund ist er ein wichtiger Teil meiner Lebensschulung», sagt etwa Beat Friedrich, mit dem Dürst seit über 20 Jahren ein Atelier in Schlieren teilt. Schlieren sei stolz auf Dürst, meint auch Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin. «Dürsts Mut zum Querdenken macht seine Kunst aus», so Brühlmann.

Der Bachlechner-Preis wurde im Jahr 2011 ins Leben gerufen. Damals entschieden sich Béatrice und Hanns Bachlechner, einen Kunstpreis an Persönlichkeiten zu verleihen, die aussergewöhnliche kulturelle Leistungen erbracht haben und noch immer erbringen. Verliehen wird der Preis in Form eines Reliefs aus Bronze. Dieses wurde vom ersten Bachlechner-Preisträger Jan Janczak entworfen.

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