Vom seitlichen Schneidezahn blitzt ein kleiner Diamant, passend zu den beiden Ohrsteckern. Armbänder, eine Halskette und ein tiefgeschnittenes T-Shirt runden das Erscheinungsbild von Roman Hubmann ab. «Ich trage Sorge zu meinem Äusseren, es ist mir wichtig», sagt er und bezeichnet sich als metrosexuell, also als metropolitan und heterosexuell.

Ab kommendem Montag wird der 38-Jährige in der Sendung «Die Bachelorette» auf 3+ um das Herz einer Junggesellin kämpfen. Das Konzept ist einfach: Sechzehn Männer waren mehrere Wochen mit einer Junggesellin auf einer thailändischen Insel. In Gruppenaktivitäten und Einzeldates können die Männer um die Angebetete werben.

Am Ende einer Folge, es gibt gesamthaft acht, schickt die Bachelorette in der Nacht der Rosen einen oder mehrere Verehrer nach Hause. Bis zum Ende der vermeintliche Traumprinz übrig bleibt. Es ist bereits die vierte Staffel dieses Formats. Wo bisher Damen um das Herz eines Herrn kämpften, sind nun erstmals die Männer an der Reihe, eine Frau zu erobern. Eine Liebesbeziehung resultierte bisher nicht daraus.

Trailer Bachelorette

Trailer Bachelorette

Das Sichselbersein kann er gut

Vujo Gavric, einer der ehemaligen Teilnehmer, erlangte dank flapsiger Sprüche und unbeholfener Art nationale Bekanntheit mit eigener Sendung. «Mir ist klar, dass sich die Zuschauer auch über die Teilnehmer lustig machen», sagt Hubmann mit lauter Stimme, dies könne man nicht verhindern. «Meine Strategie während der Dreharbeiten war mich selber sein», dann komme sicherlich alles gut, fügt er an.

Das Sich-selbst-Sein, das kann Hubmann gut. Offen spricht er über seinen 11-jährigen Sohn, «er findet es super, dass Papi im Fernsehen ist», seine Hobbys, Schlagzeug-Spielen und Motorradfahren, und über seine Ambition. Der Informatiker würde sich freuen, wenn nach der Sendung Werbe-Aufträge an ihn herangetragen würden. Bei einer Körpergrösse von 1,73 Metern kämen wohl nur Fotoaufträge infrage, da er für den Laufsteg zu klein sei, fügt er an.

Einer seiner Mitstreiter, Emanuel, geriet bereits in die Schlagzeilen, weil er angeblich bisexuell sein soll. Dieser dementierte dies und verwies darauf, dass seine sexuellen Erfahrungen mit Männern der Vergangenheit angehören. Roman Hubmann beobachtet diesen Pressewirbel aus der Distanz, denkt aber, dass sich der erst 24-jährige Emanuel der Konsequenzen seiner Medienpräsenz nicht bewusst ist.

Nacht der Rosen war emotional

Seit anderthalb Jahren ist Hubmann Single, was für ihn lange sei. «Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr war ich immer in Beziehungen. Diese Pause hat mir gutgetan.» Vor der Teilnahme bei «Der Bachelorette» habe er online bei einem Chat-Portal Frauen kennen gelernt. Dies fruchtete jedoch nicht. Im November dann wurde er via Internet von der Produktionsfirma angefragt, ob er mitmachen wolle. «Ich dachte, das sei ein Witz.» Aus «Gwunder» habe er an einem Casting mitgemacht und gute Rückmeldungen erhalten.

«Seit ich sieben Jahre alt bin, stehe ich ab und zu vor der Kamera.» Er habe viel Erfahrung. Die definitive Zusage des Senders kam Ende Dezember. Seine Freude sei riesengross gewesen, denn nicht jeder habe die Gelegenheit, bei einem solchen Format mitzumachen. «Bei inzwischen abgesetzten Swissdate hätte ich mich nicht angemeldet, weil mir dies zu langweilig gewesen wäre», so Hubmann.

Die Bachelorette-Sendung wurde im Februar und März in Thailand aufgezeichnet, der Urdorfer Junggeselle darf darüber jedoch nicht viel erzählen. Nur dass es eine einmalige Erfahrung war und er unter den Mitstreitern drei enge Freunde gefunden habe, soll verraten sein.

Auch seien die Nächte der Rosen, wo die Bachelorette Männern den Laufpass gibt, jeweils sehr emotional gewesen. «Es gab die eine oder andere Träne, was mich selber sehr überrascht hat.» Noch hat Hubmann keine einzige Folge gesehen, er wird gleichzeitig mit der Schweiz am Montag erfahren, wie das fertige Produkt aussieht. Nervös sei er noch nicht, dies komme wahrscheinlich erst am Montag.

Und die Herzdame? Frieda Hodel ist selbstständiger Fitness- und Gesundheitscoach und sorgte bereits selber für einen kleinen Skandal. Auf einem Instagram-Foto von ihrem Kühlschrank fanden sich Tabletten für eine gesunde Vaginalflora – ein gefundenes Fressen für die Boulevardmedien. Roman sieht die Sache nüchtern: «Ich verstehe das Interesse daran nicht. Eine gesunde Vaginalflora ist für jede Frau etwas Gutes», sagt er.