Schlieren
«Autofrei vom Bahnhof bis zum Stadtplatz» - Initianten fordern Flaniermeile

Zwischen Bahnhof und Stadtplatz soll eine autofreie Zone entstehen. Dies fordert ein Initiativkomitee um den GLP-Gemeinderat Nikolaus Wyss.

Bastian Heiniger
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Nikolaus Wyss (GLP) wünscht sich eine attraktivere Bahnhofstrasse.

Nikolaus Wyss (GLP) wünscht sich eine attraktivere Bahnhofstrasse.

bas

Wer vom Schlieremer Bahnhof zum Zentrum will, muss erst einmal stoppen: Von links wie von rechts kommen Autos. Dasselbe erwartet Passanten, welche die Strasse zum Stadtplatz queren wollen. Was fehlt ist eine Flaniermeile im Zentrum. Ein Ort, wo sich Fussgänger begegnen, wo sie verweilen können. «Eine verkehrsfreie Strasse, wie es sie in fast allen Städten gibt», sagt Gemeinderat Nikolaus Wyss (GLP). Das wünsche er sich für die Stadt. Deshalb lancieren er und sechs Mitinitianten nun die Volksinitiative «Flaniermeile Schlieren: autofrei vom Bahnhof bis zum Stadtplatz». In sechs Monaten müssen sie dafür 200 Unterschriften sammeln.

Die Initiative versteht sich als Alternative zum gegenwärtigen Vorhaben der Stadt: Diese möchte die Bahnhofstrasse auf eine Einbahnstrasse zurückstufen und das erlaubte Tempo auf 20 km/h beschränken. Nur: «Das würde nicht viel bewirken», sagt Wyss. Passanten müssten weiterhin auf den Verkehr achten und auf dem Trottoir gehen. «Damit wäre die Chance vertan, einen attraktiveren Ort zu schaffen.» Den Verkehr wollen die Initianten jedoch nicht völlig abschneiden. Von Osten und Westen her soll der Bahnhof erreichbar sein, allerdings ohne Durchgangsverkehr.

Die sieben Initianten wünschen sich, dass Passanten unbehindert vom Bahnhof direkt bis zum Stadtplatz gehen können. Und dies möglichst regenfrei. «Wenn die Trams und Busse schon nicht bis zum Bahnhof kommen, so sollten wenigstens die Passanten beim Umsteigen nicht verregnet werden», sagt Wyss. Die Bauordnung könnte dahingehend angepasst werden, dass Liegenschaftsbesitzer Lauben oder Vordächer anbringen dürfen. Zumindest aber könnten Unterstände geschaffen werden, die als regenfreie Inseln dienen. Finanziert würde die Flaniermeile durch Gelder, die ohnehin für die Zurückstufung der Bahnhofstrasse vorgesehen wären.

Den heftigsten Gegenwind erwarten die Initianten vom Gewerbe. «Dabei würden sie ja profitieren», sagt Wyss und fügt an: «Wird der Platz attraktiver, gibt es mehr Leute, mehr Aufmerksamkeit und letztlich mehr Verkäufe.» Er ist überzeugt, dass sich nach und nach Geschäfte ansiedeln, die auf Laufkundschaft angewiesen sind. Und für die Anderen gäbe es im Parkside oder auf dem alten Gemeindeplatz genügend nahe Parkplätze. Wyss erhofft sich, dass durch die Initiative eine öffentliche Diskussion entsteht: «Nun ist eigentlich die letzte Gelegenheit dazu, bevor sich dann 2015 die Angelegenheit um den Stadtplatz und um die Limmattalbahn verdichtet», sagt er.