Auszeichnung
Für ihre Energie- und Klimapolitik: Schlieren erhält erstmals das Label Energiestadt Gold

Als erst zweite Gemeinde im Bezirk wird Schlieren mit dem European Energie Award Gold ausgezeichnet. Ausschlaggebend dafür waren Bestrebungen im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Energie- und Klimapolitik. Die Stadt will die Zertifizierung nun mit ihrer Bevölkerung feiern.

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Blick auf das alte Hochhaus beim Kesslerplatz in Schlieren, fotografiert mit einer Drohne am 11. August 2021.

Blick auf das alte Hochhaus beim Kesslerplatz in Schlieren, fotografiert mit einer Drohne am 11. August 2021.

Bild: Severin Bigler

Seit 2018 gehört Schlieren zu den sogenannten Energiestädten. Damit zeichnet der Trägerverein Energiestadt Schweizer Gemeinden und Städte aus, die eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik verfolgen. Nun wird Schlieren erstmals mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt. Ausschlaggebend dafür sei die Summe verschiedener Massnahmen der letzten Jahre gewesen. Etwa die Umsetzung der Liegenschaftenpolitik, die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs im Zusammenhang mit der Limmattalbahn oder die Erhöhung des Anteils an Biogas am Gesamtangebot.

«Die Verleihung des Energiestadtlabels Gold ist nicht nur eine grosse Ehre und Freude, sondern auch Ansporn, weiterhin eine ehrgeizige Energiestrategie zu verfolgen», wird Andreas Kriesi (GLP), Ressortvorsteher Werke, Versorgung und Anlagen, in der Mitteilung zitiert. Und weiter:

«Das Engagement aller Städte muss jedoch noch deutlich verstärkt werden, damit die Klimaziele von Paris erreicht werden können.»

Einen grossen Beitrag zur CO2-Reduktion habe in Schlieren seit Jahren der grosse Energieverbund zwischen der Stadt, der Schweizerischen Post und dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich geleistet, heisst es in der Mitteilung weiter. Durch die Nutzung der Abwärme aus Industrieanlagen, Umweltwärme, Grundwasser und Abwasser könne der CO2-Ausstoss um bis zu 8310 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Das entspreche einer 50 Millionen Kilometer langen Fahrt mit einem Mittelklassefahrzeug.

Elektroladestationen unter dem Stadthaus, Fotovoltaik auf dem Schulhausdach

Weiter konnte der Energieverbrauch gemäss Mitteilung durch die Förderung der Elektromobilität reduziert werden. So setze die Stadt bei neuen Fahrzeugen seit 2020 auf Elektroautos. Seit Februar 2021 ist in der Stadt zudem ein strombetriebenes Kehrichtfahrzeug unterwegs. Darüber hinaus verfügt die Tiefgarage des Stadthauses seit diesem Jahr über Ladestationen für Elektrovelos und -autos.

Auf dem Dach des Schulhauses Reitmen wurde eine Fotovoltaikanlage mit rund 500 Panels realisiert.

Auf dem Dach des Schulhauses Reitmen wurde eine Fotovoltaikanlage mit rund 500 Panels realisiert.

Archivbild: Sandra Ardizzone

Als Beitrag zu einer nachhaltigen Klima- und Energiepolitik rühmt die Stadt darüber hinaus den Bau der Fotovoltaikanlage mit rund 500 Panels auf dem Dach des neuen Schulhauses Reitmen. Diese liefert gemäss Angaben der Stadt auf einer Fläche von 8000 m2 eine Leistung von 135'000 kWh pro Jahr.

Dietikon wurde bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet

Am 5. November 2021 findet die feierliche Verleihung des Labels Energiestadt Gold im europäischen Rahmen in Ravensburg statt. Die Stadt Schlieren plant zur Feier dieses Ereignisses zu einem späteren Zeitpunkt einen Anlass für die Schlieremer Bevölkerung, heisst es in der Mitteilung weiter.

In der Schweiz und in Liechtenstein haben gegenwärtig 74 Ortschaften das Label Energiestadt Gold erhalten; im Bezirk Dietikon neben Schlieren bislang nur die Stadt Dietikon. Dietikon war im Herbst 2019 bereits zum zweiten Mal damit ausgezeichnet worden. Alle vier Jahre werden die zertifizierten Städte und Gemeinden von neuem evaluiert. (sho)