Spital Limmattal
Austritt aus Spitalverband: Die Opposition formiert sich

Die Ärzteschaft schliesst sich dem neuen Komitee «Urdorf braucht das Limmi» an. Mit dem Komitee reagiert die CVP auf die Ankündigung des Urdorfer Gemeinderats, den Austritt aus dem Spitalverband zu beantragen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Heikle Operation: Dass der Gemeinderat den Austritt aus dem Spitalverband Limmattal propagiert, löst Widerstand aus.Heike Gasser

Heikle Operation: Dass der Gemeinderat den Austritt aus dem Spitalverband Limmattal propagiert, löst Widerstand aus.Heike Gasser

Unter der Federführung der CVP entsteht ein Komitee namens «Urdorf braucht das Limmi», das sich für den Verbleib der Gemeinde im Spitalverband Limmattal einsetzt. Wie CVP-Präsident Danilo Follador auf Anfrage sagt, sollen die entsprechenden Informationsbriefe Anfang nächster Woche verschickt werden. «Wir suchen bekannte Urdorfer Persönlichkeiten, die auf diese Art ihr Vertrauen zu unserem Spital zum Ausdruck bringen», sagt Follador.

Neubau soll nicht gefährdet werden

Damit reagiert die Partei auf die letzte Woche gemachte Ankündigung des Urdorfer Gemeinderats, der Gemeindeversammlung vom 19.September den Austritt aus dem Spitalverband zu beantragen. Zudem schlägt der Gemeinderat der Stimmbevölkerung vor, auch die revidierten Verbandsstatuten abzulehnen. Noch am gleichen Abend kündigte CVP-Vorstandsmitglied Urs Ramer Opposition an.

Diese soll mit dem Komitee nun breit abgestützt werden. Follador betont jedoch: «Wir sind nicht gegen den Gemeinderat, sondern für das Spital Limmattal.» Man stelle die Kompetenz der Exekutive nicht infrage und sei zu Gesprächen bereit.

Trotzdem ist für Follador klar: «Die Idee des Gemeinderats ist nicht zu Ende gedacht.» Eine Ablehnung der Statuten würde den Neubau gefährden, so Follador: Dies dürfe man auf keinen Fall riskieren. Das Spital befinde sich nun in einer entscheidenden Phase: «Als Gründungsmitglied des Verbands darf sich Urdorf jetzt nicht zurückziehen.» Zudem solle die Gemeinde nicht ihr Mitspracherecht aufgeben, sagt der CVP-Präsident: «Für eine Ablehnung der Statuten fehlen die sachlichen Argumente.»

Nicht zuletzt dürfe Urdorf die Partnerschaften im Limmattal nicht zerstören und den Standortvorteil nicht leichtfertig aufgeben, sagt Follador. Deshalb habe sich das Komitee nicht nur den Verbleib Urdorfs im Spitalverband und die Genehmigung der neuen Statuten zum Ziel setzt. Man wolle für die Gemeindeversammlung im September auch möglichst viele Urdorfer Stimmberechtigte mobilisieren, die «den Antrag des Gemeinderates ablehnen sollen».

Ursprünglich war das Ziel des überparteilichen Komitees auch, viele Ortsparteien für einen Beitritt zu gewinnen. Da diese jedoch meist noch mit der Meinungsbildung beschäftigt sind, kontaktiert die CVP nun vor allem Einzelpersonen. Laut Follador gehören dazu Politiker, Ärzte, Pflegepersonal und andere Persönlichkeiten, die mit dem Gesundheitswesen verbunden sind.

«Für mich ist das keine Frage»

Gewichtige Unterstützung erhält das neue Komitee vom Ärztenetzwerk Zürcher Limmattal (AZW). «Unsere gesamte Ärzteschaft wird sich dem Komitee anschliessen», sagt Präsident und Urdorfer Hausarzt Christopher Meerwein. «Für mich ist das keine Frage.»

Bereits hat das Ärztenetzwerk einen Flyer entworfen, auf dem die Stimmbürger gebeten werden, für die Annahme der Statuten und den Verbleib im Zweckverband zu stimmen und das Spital in seiner Entwicklung «politisch weiter zu tragen». Zudem sollen sie ihre Gemeinderäte auffordern, «sich solidarisch, konstruktiv und kritisch in diese dynamische Institution einzubringen».