Dietikon

«Ausserodentliches Vorgehen»: Schulhausbau soll vor Urnengang starten

Hier soll eine temporäre Schule entstehen: Der Stadtrat wählt ein ausserordentliches Vorgehen.

Hier soll eine temporäre Schule entstehen: Der Stadtrat wählt ein ausserordentliches Vorgehen.

Wegen des Coronavirus sind derzeit keine Abstimmungen möglich. Das bringt die Dietiker Schulraumplanung durcheinander. Der Stadtrat beantragt nun dem Parlament einen ersten Teilkredit, um die Vorarbeiten für einen Schulhausneubau aufnehmen zu können.

Der Dietiker Stadtrat gelangt mit einem Antrag an den ­Gemeinderat, den er mit den Bezeichnungen «ausserordentlicher Kreditantrag» und «aussenordentliches Vorgehen» überschrieben hat.

Denn die Zeit drängt: Im Sommer 2021 soll im neuen, Stadtteil Limmatfeld ein provisorisches Schulhaus eröffnet werden. Stünde diese Anlage nicht auf das Schuljahr 2021/22 zur Verfügung, würde dies «die Schulabteilung vor unlösbare logistische Herausforderungen stellen», hält der Stadtrat fest. Es müssten dann nämlich gleich neun zusätzliche Schulklassen an anderen Standorten unter­gebracht werden – dabei sei die bestehende Schulinfrastruktur bereits jetzt überlastet.

Deshalb hatte der Stadtrat einen ehrgeizigen Terminplan erarbeitet. Dieser sah unter anderem vor, dass das Dietiker Stimmvolk am 17. Mai über den erforderlichen 15,5-Millionen-Kredit befindet. Ende Mai hätten die Totalunternehmeraufträge vergeben werden sollen, und in den folgenden 14 Monaten wäre auf dem Hunziker-Areal die temporäre Schulanlage erstellt worden.

Der Stadtrat setzt auf ein gestaffeltes Vorgehen

Das Coronavirus hat diesen Zeitplan nun aber über den Haufen geworfen. Die Abstimmung vom 17. Mai kann bekanntermassen nicht stattfinden. Wegen des Versammlungsverbots könnten die Stimmberechtigten nicht ordentlich informiert werden, und diese könnten nur eingeschränkt über die Vorlage diskutieren. Der Stadtrat geht davon aus, dass der dringende Schulhaus-Kredit dem Volk wohl erst am nächsten offiziellen Abstimmungstermin vom 27. September vorgelegt werden kann. «Damit ist der weitere Projektverlauf gefährdet.»

Als Ausweg setzt der Stadtrat nun auf ein gestaffeltes Vorgehen, wie er in seinem Antrag erklärt. Er ersucht das Parlament, dass dieses rasch einen ersten Teilkredit in Höhe von 235000 Franken genehmigt. So liessen sich die beiden Totalunternehmer-Submissionen für die Tiefbauarbeiten und die Holzmodulbauten weiterführen. Zudem könnten danach die beiden ausgewählten Totalunternehmer gleich ihre administrativen Arbeitsvorbereitungen an die Hand nehmen – vorerst ohne Material zu bestellen und Bautätigkeiten auszulösen. Die eigentlichen Bauarbeiten würden erst starten, wenn die Dietiker gegen Ende September den 15,5-Millionen-Kredit an der Urne bewilligen sollten.

Die beiden im Vergabeverfahren siegreichen Totalunternehmen erhalten den Auftrag also nur unter dem Vorbehalt des späteren Volksentscheids. Auf sicher haben sie zunächst nur die Entschädigung für die Vorarbeiten. Dieses Vorgehen ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Spricht sich das Stimmvolk für den Schulhausbau aus, entstehen zwar keine Mehrkosten. Lehnen sie ihn hingegen aber ab, müssten die beim Parlament beantragten 235000 Franken abgeschrieben werden.

Dies ist gemäss Stadtrat die einzig gangbare Lösung, damit im Sommer 2021 wie vorgesehen die neue Schulanlage bezogen werden kann.

Ein erster Entscheid wird am 7. Mai gefällt

Über den ausserordentlichen Kreditantrag befindet das Parlament an der Sitzung vom 7. Mai. Diese findet wegen der Corona-Distanzregel in der grossen Stadthalle statt.

Beim Hunziker-Werkgebäude im Limmatfeld sollen eine Turnhalle sowie zwei dreigeschossige Schulpavillons mit je sechs Klassenzimmern erstellt werden. Die Stadt will das knapp 3200 Quadratmeter grosse, unüberbaute Areal für acht bis zehn Jahre im Baurecht übernehmen. Eine definitive Schulanlage am Standort Stierenmatt dürfte gemässe Plänen vom vergangenen Herbst um das Jahr 2028 realisiert sein.

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