Zuzüger aus dem Ausland fühlen sich willkommener, wenn sie in ihrer neuen Wohngemeinde persönlich begrüsst werden. Dies hat eine Studie des Kantons Zürich ergeben. 101 Gemeinden nahmen an der Untersuchung teil, welche den Empfang von neu zugezogenen Migrantinnen und Migranten untersuchte. Die Gemeinde Dietikon nimmt in den gestern veröffentlichten Resultaten mit individuellen Begrüssungsgesprächen eine Pionierrolle ein.

Jedes Jahr ziehen gut 30 000 Personen aus dem Ausland in den Kanton Zürich. Viele davon lassen sich im Grossraum Zürich nieder, in den Limmattaler Gemeinden Dietikon und Schlieren beträgt der Ausländeranteil 44 respektive 46 Prozent. Mit einem Integrationsprogramm will der Kanton erreichen, dass sich diese Personen wohlfühlen und über die hiesigen Lebensbedingungen und Integrationsangebote informiert werden. Ein Neuzuzügerapéro mit Weisswein und einer Ansprache des Gemeindepräsidenten eignet sich gemäss einer Einschätzung der Fachstelle für Integrationsfragen für Ausländer nicht. Sie schlägt stattdessen vor, Zuzüger aus dem Ausland individuell zu begrüssen und über die Gemeinde zu informieren.

Von den 101 befragten Gemeinden führen 18 Begrüssungsgespräche durch. Dietikon ist eine von nur zwei Gemeinden, welche diese Begrüssung schon seit mehr als drei Jahren durchführt. 2014 hat Dietikon 122 Begrüssungsgespräche geführt; am meisten von allen untersuchten Gemeinden. Alexandra von Weber, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Dietikon, kann die positive Wirkung des Angebots bestätigen: «Die eingeladenen Personen freuen sich, wenn sich jemand Zeit nimmt für ihre Fragen und bedanken sich für das Gespräch. Sie sind auch froh, dass sie sie sich auch in Zukunft an diese Stelle wenden können.» Die Rückmeldungen seien durchweg erfreulich. Dass ein Gruppenanlass den Ansprüchen der ausländischen Neuzuzügerinnen und Neuzuzügern nicht gerecht wird, zeigen auch die verschiedenen Fragen, die von Weber gestellt werden. «Ich führe Gespräche mit den unterschiedlichsten Personen; Frauen im Familiennachzug, Familien, alleinstehende Männer. Nachgereiste Frauen interessieren sich für die Arbeitsintegration, andere Personen haben schon eine Stelle und haben Fragen zum Gesundheitswesen, Abfallentsorgungssystem oder erkundigen sich, wie sie am schnellsten Deutsch lernen können.»

Das Studienergebnis zeigt die wichtige Rolle der Gespräche bei der Integration. «Personen, die an Begrüssungsgesprächen teilgenommen haben, sind besser informiert, besuchen eher einen Deutschkurs und empfinden die Behörden als freundlicher», schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung. Bereits die Einladung erhöhe das Gefühl, am neuen Ort willkommen zu sein.

Die Stadt Schlieren führt keine persönlichen Begrüssungen durch, betreibt jedoch einen Informationsschalter, der sich an ausländische Zuzüger richtet. Neben der Stadt Zürich ist Schlieren die einzige Gemeinde mit einem Schalter explizit für Neuzuzüger.