Gemeinde- und Limeco-Vertreter standen der Bevölkerung an einer Infoveranstaltung am Mittwochabend im Spital Limmattal Rede und Antwort. Rund 50 Besucher folgten dem Aufruf.

«Uns muss bewusst werden, dass Abfall nicht nur Güsel ist. Er soll künftig vermehrt auch als Rohstoff genutzt werden», sagte Stefano Kunz (CVP). Der Schlieremer Bauvorstand und Limeco-Verwaltungsratspräsident führte durch den Abend und verwies darauf, dass die vom Bund vorgegebenen Klimaziele erfüllt werden müssten. Demnach solle der Anteil erneuerbarer Energien von aktuell 2 Prozent auf das rund Zehnfache erhöht werden.

Dabei sind die Zahlen, die das Limeco-Regiowerk der acht Limmattaler Trägergemeinden aufweist, bereits beeindruckend. So werden in der Dietiker Silbern rund 95 000 Tonnen Abfall aus 38 Gemeinden verwertet und das Abwasser von neun Gemeinden verarbeitet.

Ausbau möglich bis 2023

Die Gespräche zwischen der Limeco und den Gemeinden sind zwar noch nicht abgeschlossen, sagte Stéphane Maechler, Leiter erneuerbare Energien bei der Limeco, dennoch bestehe eine deutliche Vorstellung davon, welche Gebiete von Dietikon, Schlieren und Urdorf mit Regiowärme erschlossen werden sollen. Für diesen sogenannten Gesamtausbau entschieden sich die Exekutiven der acht Trägergemeinden erst im vergangenen September definitiv.

«Wir wollen Synergien mit dem Bau der Limmattalbahn schaffen und die Regiowärme-Leitungen entlang der Strecke der Stadtbahn verlegen», so Maechler. Zwar gelinge dies nicht ganz überall, da manchenorts schlichtweg der Platz unter der Erde so knapp sei, dass für die Leitungen kein Platz mehr bleibe.

Nachdem Dietikons Westen bereits beim Erstausbau erschlossen wurd, kommt beim Gesamtausbau das Stadtzentrum wie auch der östliche Stadtteil dran. In Schlieren ist geplant, den südwestlichen Stadtzipfel zu erschliessen und auf Urdorfer Boden wäre es das Gebiet rund um die Kantonsschule. Grobziel ist es, bis 2023 die Regiowärme auch in den besagten Gebieten anzubieten.

Schlüsselobjekte angeschlossen

Auch Vertreter der Städte kamen am Infoabend zu Wort und fanden positive Worte für die Pläne. Roger Gerber, Leiter der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen bei der Stadt Schlieren, zeigte sich etwa erfreut darüber, dass Schlüsselobjekte auf Stadtgebiet bald an die Regiowärme angeschlossen werden können. Damit meinte er etwa das Spital Limmattal, das Wohnhochhaus am Kesslerplatz und die Migros-Filiale ebenfalls am Kesslerplatz.

Dass der Güsel zur Energiequelle wird, stiess im Raum auf Zuspruch. Doch in der Fragerunde war ein Hauch Skepsis zu vernehmen. Ob man denn als Hausbesitzer auch auf einen Anschluss an die Regiowärme verzichten könne, fragte etwa ein Besucher der Veranstaltung. Dies sei problemlos möglich, versicherten die Verantwortlichen.

«Wenn aber mehr Haushalte mit Regiowärme erschlossen werden sollen, braucht es dann nicht auch mehr Abfall, um diese Energie zur Verfügung zu stellen», fragte der Schlieremer Gemeinderat Erwin Scherrer (EVP), der im Publikum sass. Einerseits arbeite man mit einer Effizienzsteigerung. Rund sechs Siebtel der Wärme, die für die Regiowärme verwendet werden könnte, verschwinde heute übers Dach, erklärte Limeco-Geschäftsführer Patrik Feusi.

Mit der neuen Kehrichtverwertungsanlage soll diese Quote verbessert werden. Andererseits sehen die Pläne für den Neubau im Silbern-Quartier vor, die Kapazitäten zu erweitern und mehr Güsel aufzunehmen. «Wie soll denn dieser Abfall hierher kommen? Etwa auf der Autobahn aus Süddeutschland oder aus dem Tessin?» fragte ein Anwesender. «Sicher nicht», erwiderte Kunz. Das Ziel sei es, dass der Abfall möglichst kurze Wege zurücklegt, so Kunz weiter.

Am kommenden Donnerstag, dem 22. November, findet der zweite Infoabend zum Gesamtausbau der Fernwärme statt. Um 19.30 Uhr im Parlamentssaal in Dietikon stellen sich die Verantwortlichen den Fragen der Bevölkerung.