Schlieren
Aus Liebeskummer wurde «Voli» zum Songwriter, heute liebt er die Musik

Der Schlieremer «Voli» steht kurz vor seinem zweiten Auftritt in der SRF-Talentshow «Voice of Switzerland». Nun verrät der Musiker, was ihn inspiriert, von was er träumt und wie er zu seiner grossen Liebe gefunden hat.

Sandro Zimmerli
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Stefan Vollenweider

Stefan Vollenweider

Sandro Zimmerli

Die Plattensammlung der Eltern, des Onkels oder des grossen Bruders - viele Musiker haben ihre Karrieren einer gut sortierten Vinylkiste zu verdanken. Etwas anders gelagert ist der Fall von Stefan Vollenweider. Der Schlieremer, von allen nur «Voli» genannt, wurde durch das väterliche Schlagzeug im Keller zum Musikmachen inspiriert. «Ich war damals etwa 10 Jahre alt und es hat mächtig Spass gemacht, so die Sau rauszulassen.»

Mittlerweile hat der 36-Jährige seine Sticks beiseitegelegt. Heute konzentriert er sich auf seine Gesangskarriere. Ein Entscheid, der ihm mindestens zwei Auftritte im Schweizer Fernsehen beschert hat. Den ersten absolvierte er letzte Woche. Mit seiner Version des Rolling-Stones-Klassikers «Wild Horses» sang er sich in die Herzen von Sängerin Stefanie Heinzmann und Rapper Stress. Die zwei Jurymitglieder der Castingshow «The Voice of Switzerland» waren angetan von der Interpretation des Sängers. Voli entschied sich für Heinzmann als Coach. Sie wird ihn nun auf die nächste Runde vorbereiten. Dort wartet der zweite Auftritt vor laufenden Kameras für Voli.

Rund 80 Texte im Ordner abgelegt

«Ich habe von den Produzenten gehört, dass ‹The Voice of Switzerland› eine der grössten Liveproduktionen im Musikbereich ist.

«Voice of Switzerland»

Die erste Phase ist beendet. Die Coaches Marc Sway, Stress, Stefanie Heinzmann und Philipp Fankhauser haben ihre Teams aus zehn Sängern zusammengestellt.

Nun starten die «Battles» (1. Sendung am Samstag um 20.10 Uhr auf SRF1). Jeder Coach bestimmt zwei Kandidaten, die gegeneinander im Gesangsduell antreten.

Der Sieger kommt in die Liveshows. Dort treten die 12 besten Kandidaten innerhalb ihrer Teams gegeneinander an. Sie werden von den Coaches und den Zuschauern bewertet. Aus jeder Gruppe geht ein Finalist hervor, der in der Show vom 16. März die Chance auf den Titel «The Voice of Switzerland» hat.

Vorderhand konzentriert er sich auf seine Band «Liquid Bones». Bei den Blues-Rockern, «meinen besten Kumpels», ist er Perkussionist und Backgroundsänger. «Wir werden in den nächsten Monaten unsere erste Platte aufnehmen», sagt Voli. Unabhängig davon werde er auch zwei eigene Songs einspielen. «Ich habe in einem Ordner rund 80 Texte, aus denen sich etwas machen lässt.»

Seinen ersten Text hat Voli als Teenager verfasst und sich damit den Weg zum Songwriter geebnet - auf eine für einen Musiker klassische Art und Weise. «Es war das Alter, in dem man zum ersten Mal verliebt ist - und den ersten Liebeskummer hat», erinnert sich Voli. Er habe damals seine Gefühle niedergeschrieben. «Einige Zeit später habe ich den Text erneut gelesen. Die Worte berührten mich immer noch», sagt er. Da habe er gemerkt, dass er ein gewisses Schreibtalent habe.

«Voli» machte im Casting einen sympatischen Eindruck.

«Voli» machte im Casting einen sympatischen Eindruck.

SRF

Ähnlich ist es «Voli» mit dem Singen ergangen. Als er mit dem Schlagzeugspielen begann, habe er auch laut dazu gesungen. «Damals war Bon Jovi angesagt. Die Musiker trugen Mäntel auf der Bühne.» Er habe sich den alten Militärmantel seines Vaters geschnappt und vor dem Spiegel gesungen. «Es war eine Art Mini-Playback-Show, die ich damals veranstaltete», so Vollenweider. Später habe er mit seinen Schulkollegen gejammt und immer auch gesungen. «Die Kollegen fanden, ich hätte eine geile Stimme.»

Auch Stefanie Heinzmann hält viel von Volis Stimme, erachtet aber einiges auch als verbesserungswürdig. «Ich bin gespannt, welche Tipps ich erhalten werde», sagt er. Er wolle unbedingt Fortschritte machen. «Denn ich sehe ‹The Voice of Switzerland› als Plattform. Ich suche Leute, die sich vorstellen können, mit mir ein Projekt auf die Beine zu stellen», so Voli. Musik sei seine grosse Liebe. «Ich brauche sie wie die Luft zum Atmen.»

Seiner grossen Liebe wurde er selbst damals nicht untreu, als er eine grössere Krise zu bewältigen hatte. «Nach meiner Kochlehre war ich eine Zeit lang arbeitslos. Ich habe mich gehen lassen und war jeden Abend auf der Gasse», erinnert sich Vollenweider. Dabei habe er Alkohol getrunken und gekifft. «Nicht übermässig viel, aber regelmässig. Zum Glück fand ich selber aus diesem Loch.»

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