Weiningen
Aus für «Dog-Town»: «Wir haben es wenigstens versucht»

Im Gespräch erklären Silvia und Josef Zihlmann, wie es nun weitergeht und was mit den 200'000 Franken Spendengeldern geschehen soll.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Josef und Silvia Zihlmann sind stolz, dass sie «Dog Town» nicht auf Biegen und Brechen durchgezwängt haben.

Josef und Silvia Zihlmann sind stolz, dass sie «Dog Town» nicht auf Biegen und Brechen durchgezwängt haben.

Alex Spichale

Herr Zihlmann, Frau Zihlmann, wie geht es Ihnen, nun da klar ist, dass «Dog Town» in Rumänien nicht von Ihnen realisiert wird?

Josef Zihlmann: Wir sind ein Stück weit erleichtert. Die neuen Bedingungen, unter denen das Areal für «Dog Town» hätte gemietet oder gekauft werden können, waren nicht tragbar. Wir sind auch froh, dass wir das Projekt nicht auf Biegen und Brechen durchzwängten und so die Spenden von Hunderten von Tierfreunden aufs Spiel setzten.

War es nicht im Vorfeld absehbar, dass es sich beim Areal-Besitzer um einen dubiosen Geschäftspartner handelt?

Silvia Zihlmann: Bis nach Abschluss des Crowdfunding war lediglich unser Kontaktmann in Rumänien in Gesprächen mit ihm. Uns kam nichts Verdächtiges zu Ohren.

Wie sehen das die mehreren hundert Spender, die Ihnen rund 200 000 Euro für das Projekt gegeben haben?

Silvia Zihlmann: Wir haben viele positive Reaktionen erhalten. Die Leute schätzen es, dass wir sorgsam mit ihren Spenden umgehen. Auch haben wir in einem sehr detaillierten Facebook-Statement die neusten Ereignisse und unsere Überlegungen publik gemacht. Auch für die transparente Kommunikation über «Dog Town» gab es viel Lob vonseiten der Spender.

Josef Zihlmann: Einige Sticheleien mussten wir trotzdem über uns ergehen lassen. Es gibt immer Menschen, die sich über das Scheitern anderer freuen. In der Regel sind diese im Tierschutz aber nicht sonderlich aktiv. Wir haben es wenigstens versucht.

Auf Facebook schreiben Sie, dass die Spender ihr Geld nun zurückerhalten, wenn «Dog Town» nicht realisiert wird. Wie gehen Sie dies an?

Josef Ziehlmann: Derzeit sind wir dabei, mit der Crowdfunding-Plattform Startnext die Rechtslage abzuklären. Weil sich einige Tierschützer dafür ausgesprochen haben, «Dog Town›» doch noch umsetzen zu wollen, gilt es nun die Frage zu klären, ob die Spender das Recht auf eine Rückerstattung ihrer Gelder haben, wenn die Initianten ändern. Oder, ob es keine Rolle spielt, wer das Projekt realisiert, Hauptsache, es wird umgesetzt.

Wann wird sich zeigen, wie es weitergeht?

Silvia Zihlmann: Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen Klarheit haben. Am liebsten wäre uns, wenn die Spender selber entscheiden, ob sie ihre Beträge zurückerstattet haben wollen oder ob sie mit ihrer Spende andere Projekte von Starromania unterstützen wollen.

Haben Sie bereits Pläne für ein anderes Grossprojekt?

Josef Zihlmann: Noch nichts Konkretes. Aber wir arbeiten eng mit anderen Tierheimen und Tierkliniken in Rumänien zusammen, welche die Spenden bitternötig haben.