Wettbewerb
Aus der Traum: Die Limmattaler wollen ihre Talente nicht auf der Bühne präsentieren

Wegen der geringen Anzahl Teilnehmer wird der Wettbewerb Limmattalente abgesagt. Die Organisatoren können über die Gründe nur spekulieren.

Thomas Mathis
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Die Initiantin des Talentwettbewerbs Irene Brioschi möchte sich weiterhin für eine Nachwuchsplattform engagieren.

Die Initiantin des Talentwettbewerbs Irene Brioschi möchte sich weiterhin für eine Nachwuchsplattform engagieren.

Aline Ilk

Es wäre eine Premiere in der Region gewesen: ein Talentwettbewerb für Musikbegeisterte und Wortgewandte aus dem Limmattal. Doch aufgrund der geringen Anzahl Anmeldungen kann der Anlass, der im Frühling stattgefunden hätte, nicht durchgeführt werden, wie die Organisatoren auf ihrer Website schreiben.

Über die Gründe kann Irene Brioschi, Kulturbeauftragte der Stadt Dietikon und Initiantin des Wettbewerbs, nur spekulieren. Es scheine, als ob die potenziellen Teilnehmer trotz den vielerorts verteilten Flyern nicht erreicht werden konnten. Das liege möglicherweise auch daran, dass ihr persönliches Netzwerk noch nicht so stark ausgebaut ist. Zudem vermutet Brioschi, dass die Hürde für eine Anmeldung zu hoch lag: «Vielleicht mussten die Teilnehmer bereits bei der Einschreibung zu viel vorweisen.»

Anmeldefrist wurde verlängert

Geplant war ein viertägiger Wettbewerb, an dem sich Limmattaler in den beiden Sparten Musik und «Word Performance» messen, mit einer separaten Kategorie für junge Talente. Bewerben konnten sich alle, die mit Wortakrobatik, Gesang oder Musik vor Publikum auftreten möchten und im Limmattal wohnen oder proben. In einer nicht öffentlichen Vorausscheidung und an einem Galaabend wären sie gegeneinander angetreten. Der Wettbewerb in den Reppischhallen hatte zum Ziel, Talente der Region finanziell und organisatorisch zu unterstützen und nachhaltig zu fördern.

Mit Spoken-Word-Künstler Renato Kaiser und Kulturmanagerin Caroline Haas war die Jury prominent besetzt. Bereits während der Anmeldefrist zeichnete sich ab, dass sich zu wenig Kandidaten bewerben. Das dreiköpfige Organisationskomitee um Irene Brioschi, Conny Dierauer und Gregor Loepfe hatte die Frist deshalb um knapp einen Monat bis Ende November verlängert. Für eine Austragung des Wettbewerbs hat dies dennoch nicht gereicht.

Laut Brioschi haben sich vor allem junge Singtalente unter 25 Jahren angemeldet. Das Organisationskomitee habe sich deshalb überlegt, als Alternative zum Wettbewerb einen Nachwuchsabend auf die Beine zu stellen. Doch auch diese Idee konnte nicht umgesetzt werden: «Die Angemeldeten sind sehr interessiert gewesen, hielten aber teilweise nur einen einzigen Song bereit», sagt Brioschi.

Die Idee eines Wettbewerbs, der von einer Jury begleitet wird, möchten die Organisatoren zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen, möglicherweise im Rahmen des Stadtfests 2018. Brioschi bekräftigt, dass sie es weiterhin wichtig findet, eine Plattform für Nachwuchs einzurichten. Sie trägt sich deshalb mit dem Gedanken, eine offene Bühne zu lancieren. Soul-Sängerin Alina Amuri, die für den Galaabend engagiert war, wird mit ihrer Band am 1. April im Stadthaus Dietikon auftreten.