Automobil

Auftakt zum Saisonende: Rennfahrer Weibel aus Urdorf kehrt zu seinen Ursprüngen zurück

Bruno Weibel will zum Abschluss der Saison an den Rennen in Dijon nochmals alles geben.

Bruno Weibel will zum Abschluss der Saison an den Rennen in Dijon nochmals alles geben.

Der Urdorfer Rennfahrer bestreitet in der FIA Lurani Trophy in Dijon seine letzten Rennen in dieser Saison. Bruno Weibel kann auf eine gelungene Saison zurückblicken, er konnte seinen Europameistertitel in der Klasse D2 verteidigen.

Helm und Rennanzug überstreifen. Sich in den Lotus 20 setzen, in jenes Auto, mit dem Jo Siffert 1961 Europameister wurde. Und dann mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 130 Kilometern pro Stunde durch die Kurven brettern. Das alles steht Bruno Weibel bevor. Der Urdorfer reist heute nach Dijon ab. Dort wird er dieses Wochenende zu den letzten beiden Saisonrennen in der FIA Lurani Trophy starten, der offiziellen Europameisterschaft der Rennkategorie für einsitzige, offene Rennwagen aus den Sechzigerjahren.

Dijon ist für den 38-Jährigen etwas ganz Besonderes. «Ich habe in Dijon mein allererstes Rennen bestritten», erläutert der Urdorfer. «Zudem habe ich dort viele Rennen gewonnen.» Und wegen der geografischen Nähe hofft Weibel, dass auch die einen oder anderen Schweizer Fans am Streckenrand mitfiebern werden.

Für Weibel ist Dijon ein schöner Abschluss einer Saison, die ausgezeichnet verlief. In seiner Klasse D2 hat er den Europameistertitel verteidigt. Das steht schon vor dem letzten Rennwochenende in Dijon fest. Über alle Klassen hinweg wird er jedoch wohl «nur» Gesamtzweiter werden, anders als im vergangenen Jahr, als er in der Gesamtwertung ebenfalls noch den Europameistertitel holte.

FIA Lurani Trophy: Rennen in Dijon  2014

FIA Lurani Trophy: Rennen in Dijon aus dem Jahr 2014

Dass es diesmal wohl nicht reichen wird, hängt vor allem mit dem ersten Rennen in Hockenheim zusammen, wo der Urdorfer einen Getriebedefekt verkraften musste. «Es handelte sich dabei um einen Materialfehler», sagt Weibel. «Denn das Teil war neu und ging gleich wieder kaputt.»

Der Getriebedefekt führte dazu, dass Weibel in der Gesamtwertung nur 16. wurde und sich damit eine grosse Hypothek für den Rest der Saison eingehandelt hatte. «Das war natürlich ärgerlich», gesteht Weibel. «Andererseits weiss man dann, dass man sich in den anderen Rennen gar nichts mehr erlauben kann. Das wiederum ist eine besondere Motivation.»

Eine, von der Weibel in den weiteren Rennen offensichtlich profitierte. Denn in Pau gewann er in seiner Klasse und wurde im Gesamtklassement Zweiter. «Das war das speziellste Rennen für mich, das Highlight in dieser Saison», schwärmt Weibel. «Ich bin aus eigener Kraft in Führung gegangen und habe den Sieg nur knapp verpasst.» Und das, obwohl die Bedingungen in Pau alles andere als optimal waren. «Es hat stark geregnet», erinnert sich der Limmattaler. «Und da Pau ein Stadtkurs ist, kann man sich keinen Fehler erlauben. Am Ende waren alle froh, dass es keine Unfälle gegeben hatte.»

Der Wendepunkt seiner Saison

Pau war für Weibel die Wende zum Besseren in dieser Saison. Danach gewann er in seiner Klasse die Rennen in Monza, Frankfurt und zuletzt in Zandvoort, wo er in der Gesamtwertung den zweiten Rang herausgefahren hatte.

Für den Angriff auf Chris Drake, den Führenden in der Rennserie über alle Klassen hinweg, dürfte das jedoch kaum reichen. Dessen ist sich Weibel bewusst. «Eigentlich kann ich nicht mehr Erster werden», sagt er. «Die Chancen sind nur noch theoretisch. Drake müsste im Prinzip ausscheiden.» Ein Szenario, das sich Weibel natürlich nicht wünscht: «Ich möchte lieber über den eigenen Erfolg zum Titel kommen und nicht vom Misserfolg eines anderen profitieren.»

Mit dem letzten Rennen in Dijon in diesem Jahr verabschiedet sich Weibel in die Winterpause. Eine Pause, die für den Urdorfer Vor- und Nachteile hat. «Einerseits dauert die Pause sehr lange», findet Weibel. «Andererseits ist es schön, dass man wieder mehr Zeit hat für anderes.»

Doch vorerst will er noch einmal Gas geben, auch wenn der Titel in der Gesamtwertung praktisch ausser Reichweite liegt. Wird das letzte Rennen in Dijon für den Urdorfer damit zur Spazierfahrt? «Mal sehen, was realistisch ist», meint er. «Wenn ich den Helm anziehe, will ich immer das Maximum geben – man weiss ja nie.»

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