Limmattal

Aufschwung dank Wirtschaftspodium – und weil Coronakrise den digitalen Austausch verstärkte

Nubana-Gründerin und -CEO Raphaela Cusati (links) zusammen mit Advisory Partner Tanja Küpfer.

Nubana-Gründerin und -CEO Raphaela Cusati (links) zusammen mit Advisory Partner Tanja Küpfer.

Raphaela Cusati will Kitas und Eltern digital vernetzen. Dabei hilft ihr die Auszeichnung am Wirtschaftspodium und vielleicht auch Corona.

Die Idee von Raphaela Cusati, die Kommunikation zwischen Kindertagesstätten und Eltern zu verbessern, klingt gut. Das fand auch die 15-köpfige Fachjury am Wirtschaftspodium Limmattal (Wipo) im vergangenen November. Beim erstmals vergebenen Preis für das beste Limmattaler Start-up landete ihre Nubana AG immerhin auf dem dritten Platz – hinter einem Unternehmen, das an neuen Medikamenten forscht, und einer Firma, die eine Ertragsmanagementsoftware anbietet im Bereich erneuerbarer Energien.
Cusati und ihr Team entwickelten eine App für Kindertagesstätten, die einen digitalen Informationsaustausch zwischen Betreuungspersonen und Eltern ermöglicht.

Die Auszeichnung am Wipo habe ihr einen Aufschwung gegeben, sagt sie. Ihr bedeute die Anerkennung viel, die sie seither erlebt habe. Das habe sie im Wissen bestärkt, mit ihrer Idee auf dem richtigen Weg zu sein. Sie habe aber auch von den Kontakten profitiert, die sich aus der Teilnahme des Wettbewerbs ergaben. «Die Jury sowie das Publikum bestanden zu einem grossen Teil aus berufstätigen Eltern. Einige haben unsere App an die Kita ihrer Kinder empfohlen», sagt die Wettingerin. Seit dem Wipo sei die Zahl der Kitas, die ihre App nutzen, von 6 auf 15 gestiegen. Aus der Region gehört etwa die Kita Stärneland in Geroldswil zu den Nutzern. Weitere dreissig würden die Funktionen momentan testen.

Coronakrise verstärkte den digitalen Austausch

Gerade in Zeiten der Coronakrise habe sich das Bedürfnis nach digitaler Kommunikation verstärkt, sagt Cusati. «Die Kindertagesstätten mussten die persönlichen Kontakte mit den ­Eltern auf ein Minimum reduzieren.» Sie habe deshalb viele Rückmeldungen erhalten, dass der digitale Assistent auch in dieser Zeit geholfen habe. «Wir haben zum Beispiel einzelne Anfragen für Listen mit effektiven Kinderpräsenzen und Absenzen erhalten, die Kitas für die Corona-Entschädigungen für die Behörden aufbereiten mussten.» Zudem hätten die Kitas die Eltern direkter über die – teilweise täglich ändernden – behördlichen Corona-Bestimmungen bezüglich Kinderbetreuung informieren können.

In Kontakt geblieben mit den Kindern zu Hause

Einen Verwendungszweck habe sie aber besonders gefreut: «Einige Kitas nutzten die Applikation auch, um mit den Kindern, welche die Kita während Corona nicht besuchten, in Kontakt zu bleiben», sagt sie. So seien beispielsweise wöchentlich Bastelideen und Grüsse per Videobotschaft an die Kinder versendet worden.

Trotz positiver Rückmeldungen der Kitas, die «Nubana» nutzen, bremste das Virus den Erfolg der App auch etwas aus. «Die Kitas waren während des Lockdowns mit den Corona-Formalitäten beschäftigt und sahen sich teilweise mit unerwarteten, finanziellen Unsicherheiten konfrontiert», sagt sie. Das habe dazu geführt, dass einzelne Kitas die Einführung zeitlich verschoben hätten. Generell seien weniger Investitionen in solche neuen Projekte getätigt worden. Das habe sie gemerkt.

Besonders viele Anfragen seit Ende Mai

Seit Ende Mai erhalte sie sogar mehr Anfragen und akquiriere mehr Neukunden als vor der Krise. Vielleicht gerade deshalb, weil viele Betreuungsstätten realisiert hätten, dass die digitale Kommunikation besser funktioniere als «Zetteli-Kommunikation», wie Cusati den Informationsaustausch auf Papier nennt.

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