Birmensdorf
«Aufmüpfig, lebensfroh und Freude spendend»

Jubiläums-Tournee der Hanneli-Musig: Eine bunte Zusammenstellung von bestens bekannten Grössen aus der Schweizer Volksmusikszene brachte die Tanzmusik unserer Urgrosseltern zurück nach Birmensdorf.

Christian Murer
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Ueli Mooser von der Hanneli-Musig an der Gitarre.

Ueli Mooser von der Hanneli-Musig an der Gitarre.

Christian Murer

Im März 2003 standen die sechs Musikanten der Hanneli-Musig erstmals auf der Brüelmattbühne. Am Freitagabend feierten sie dort ihr zehnjähriges Bestehen. Die Tische waren mit echten Früchten und Gemüse festlich dekoriert und viele Blumen schmückten die Bühne.

Heidi Thüring, Vizepräsidentin des Birmensdorfer Kulturkreises, nannte bei der Begrüssung die Hanneli-Musig «aufmüpfig, lebensfroh, Grenzen sprengend, kreativ und Freude spendend». Und sie hatte keineswegs zu viel versprochen. Denn was das Musiker-Sextett während zweier Stunden präsentierte, war gewiss ein volksmusikalischer Ohrenschmaus.

Charmant und mit viel Schalk präsentierte der Geiger Johannes Schmid-Kunz die temporeichen Galopps und quicklebendigen Polkas, die lüpfigen Ländler, die beschwingten Walzer, die «klassischen» Melodien aus Opern und Operetten, die überraschenden Harmonien und rhythmischen Spezialitäten sowie natürlich das beliebte Hanneli-Wunschkonzert. Dabei konnten die Zuhörer aus zehn dicken Bänden ein Stück ihrer Wahl wünschen und sich noch mehr auf die Musik freuen.

Doch wie kam es eigentlich zur Gründung der Hanneli-Musig? Ein entscheidender Entwicklungsschritt der schweizerischen Volksmusikszene vollzog die Baselbieterin Hanny Christen (1899–1976) mit ihren überlieferten Volksmusikstücken aus dem 19. Jahrhundert. So ähnelt das Blättern in der Sammlung mit ihren über 12 000 Melodien einer endlosen musikgeschichtlichen Schatzsuche.

Die graue Eminenz der hiesigen Volksmusikszene und ehemaliger Volksmusikredaktor beim Schweizer Radio DRS, Ueli Mooser, und seine Frau Cathrina verhinderten, dass diese gewaltige Arbeit in den Bibliotheken ein museales Dasein fristete. Daher gründeten sie vor zehn Jahren mit Musikfreunden die Hanneli-Musig, eine Formation, die sich ausschliesslich mit der erwähnten Sammlung beschäftigt. Zum Sextett gehören die Multi-Musikanten Dani Häusler, Johannes Schmid-Kunz, Franz «Fränggi» Gehrig, Fabian Müller, Christoph Mächler und Ueli Mooser.

Begeistert äusserte sich Hildegard Rütimann: «Für mich war das Konzert sensationell, einfach super schön. Mich hat es fast vom Stuhl geworfen.» Sie fand es nur schade, dass sie nicht tanzen konnte. «Es hat mich fasziniert, wie viele Instrumente die Musiker spielen können», so die Laienschauspielerin der Theatergruppe Birmensdorf.

Und auch der Birmensdorfer Architekt Edi Weber sagte nach dem Konzert: «Ich finde es fantastisch, wie die sechs Musikanten die volksmusikalischen Traditionen aufrechterhalten. Ich bin vor allem fasziniert vom genialen Können dieser Musikgruppe.»

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