Urdorf

Auf Sterne folgen bunte Konfettis: das schönste Fasnachtsfenster wird prämiert

Fasnächtliche Dekorationen sollen zeigen, dass in Urdorf bald wieder die Post abgeht.

Fasnächtliche Dekorationen sollen zeigen, dass in Urdorf bald wieder die Post abgeht.

Die Fasnachtszeit steht vor der Tür und mit ihr das bunte, närrische Treiben in der Region. Die Clique Schäflibach prämiert das schönste Fenster in Urdorf und lässt damit eine Tradition wieder aufleben.

Damit die Vorfreude noch etwas gesteigert werden kann, ruft die Clique Schäflibach in Urdorf zu einem besonderen Wettbewerb auf: Fasnachtsbegeisterte Einwohner können sich anmelden und eine Fensterscheibe, einen Balkon, einen Vorgarten, oder auch eine ganze Hausfassade mit fasnächtlichen Dekorationen schmücken. Eine Jury wird diese im Anschluss begutachten und die kreativsten Verzierungen im Dorf bestimmen.
Die Gewinner werden am Fasnachtsfreitag, 28. Februar, feststehen und einen Preis entgegennehmen. Das Ziel dieser Aktion sei es, dass auch private Personen und nicht nur Mitglieder der Clique mehr in das fasnächtliche Treiben im Dorf einbezogen werden können, sagt der Zeremonienmeister der Clique, Daniel Leutwiler. Zudem werde mit solchen Dekorationen nicht nur die Gemeinde belebt, sondern auch darauf aufmerksam gemacht, dass im Dorf bald wieder so richtig die Post abgehe.

Üppige Dekorationen in den Fenstern war Tradition

Die Idee, das Narrentreiben mit solchen Fenstern einzuläuten, ist aber nicht neu und geht auch nicht auf die zurückliegenden Weihnachtsdekorationen mit den leuchtenden Sternen zurück. Vielmehr soll damit ein Brauch wieder eingeführt und gepflegt werden. Denn zur Gründungszeit der Clique Schäflibach seien üppige Dekorationen an Fenstern und Hausfassaden üblich gewesen, erzählt Leutwiler. So sei auch das damalige Restaurant Frohsinn, das in der Zwischenzeit abgerissen wurde, immer innen und aussen mit wilden Dekorationen geschmückt gewesen. «Ich besitze noch sehr viele Fotos aus den 1970er- und 1980er-Jahren, die diese Tradition aufzeigen und genau diese Zeit möchten wir aufleben lassen», sagt er. «Ich habe noch sehr schöne Erinnerungen daran, weil mein Vater Karl Leutwiler 1965 zu den Gründungsmitgliedern gehörte.»


Dieser Wettbewerb passt vor diesem Hintergrund auch zum diesjährigen Motto «anno dazumal». Die Fensterdekorationen hängen aber nicht direkt damit zusammen. Vielmehr sei es so, dass man innerhalb der ­Fasnachtstradition in Urdorf verstärkt zu den Wurzeln zurückkehren möchte, führt Leutwiler aus. «Es soll wieder mehr eine Fasnacht für die ­Urdorfer Gemeinde und die ­Region sein.» Für spezielle ­Ausflüge ist aber auch in diesem Jahr ­gesorgt: «Wir werden das erste Mal den Ortschaften Thun, Brunnen und Bellinzona einen Besuch abstatten.» Darauf freue er sich besonders.

Eine Projektgruppe setzt sich für neue Wege ein

Vor drei Jahren wurde innerhalb der Clique eine Projektgruppe ins Leben gerufen. Die zwölfköpfige Truppe trifft sich jeweils nach dem Fasnachtstrubel, um künftige Weichen zu stellen und Verbesserungen einzu­bringen. Aus den Diskussionen entstanden mehrere kleine ­Änderungen für dieses Jahr. Neben der genannten Fensteraktion wird der Fasnachtsfreitag keinen Eintritt mehr kosten. ­Zudem wird die Uslumpete ­zusammen mit dem Restaurant Steinerhof organisiert. Dieses führt seit gut einem Jahr Robin Leutwiler. Er ist der Neffe von Daniel Leutwiler und ist ebenso ein begeisterter Fasnächtler. Es warten eine Maskenprämierung und Auftritte verschiedener Guggenformationen. Dazu wird es Live-
Musik geben und eine Bar für die ­schrägen Gestalten. Gleich bleiben wird das legendäre Konfettibegräbnis zum Schluss.

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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