Birmensdorf
Auf Schnuppertour bei Zellen und Mikroskopen

Im Rahmen des Zukunftstages erhalten Schüler einen Einblick in verschiedene Aspekte der WSL-Forschung. Aufgeteilt in Gruppen konnten sie Jahresringe untersuchen, im Labor experimentieren oder mit Forschern und Forscherinnen ins Gespräch kommen.

Maika Schelb
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Zukunftstag beim WSL in Birmensdorf
7 Bilder
Die 11-jährige Patricia zählt die Jahresringe ihrer Baumscheibe. MAS
Zukunftstag an der WSL
Zukunftstag an der WSL
Zukunftstag an der WSL
Zukunftstag an der WSL
Zukunftstag an der WSL

Zukunftstag beim WSL in Birmensdorf

Dietikon: 13 Jugendliche im Stadthaus

In Dietikon durfte Stadtpräsident Otto Müller am nationalen Zukunftstag 13 Mädchen und Knaben im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren im Stadthaus begrüssen. Den Jugendlichen wurde dabei ein Einblick in die unterschiedlichen Berufe einer Verwaltung gewährt, wie die Stadt mitteilt. Ihr sei es ein Anliegen, früh mit Jugendlichen in Kontakt zu
kommen und künftige Fachkräfte für die Verwaltung zu begeistern. Müller betonte denn auch die Wichtigkeit der Berufslehre für die Verwaltung: «Wir beschäftigen zurzeit 30 Lernende.»

Gespannt schauen die Kinder nacheinander ins Mikroskop. Darunter liegen Zwiebelzellen, die ein Forscher für sie präpariert hat: «Ich kann sehen, wie sich die Zellen bewegen!», sagt die 10-jährige Seraina mit leuchtenden Augen, als sie vom Mikroskop aufschaut.

Rund 40 Schülerinnen und Schüler haben den nationalen Zukunftstag genutzt und liessen sich gestern an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf den Forschungsberuf ein Stück näher bringen. Aufgeteilt in Gruppen konnten sie Jahresringe untersuchen, im Labor experimentieren oder mit Forschern und Forscherinnen ins Gespräch kommen. Begrüsst wurden die Teilnehmer vom stellvertretenden Direktor der WSL, Christoph Hegg. Er gab kurze Einblicke in verschiedene Aspekte der Forschung und schaffte es mit eingängigen Bildern, das Interesse der Kinder gleich schon zu Beginn zu wecken. Später verteilten sich die Kinder in verschiedene Gruppen.

Neue Laboranten und Analytiker

Claudio Cattaneo, den Forscher aus dem Versuchsgarten, darf eine Handvoll Kinder in den Wald begleiten, wo er ihnen unter anderem erklärt, warum ein Wald unbedingt geplant werden muss. «Forscher müssen überlegen, wo welche Art Baum gepflanzt oder gefällt wird», sagt er. Auch zeigt er den Schülern, wie auf den Feldern gesät und gejätet wird. Die Kinder hören ihm gespannt zu und scheinen die Kälte und den Nieselregen dabei völlig zu vergessen.

Auch im Labor ist es mucksmäuschenstill. Während der Forscher mit einer Pinzette eine feine Haut von einer Zwiebel ablöst, wirkt es sogar, als ob alle die Luft anhalten würden. Ganz vorsichtig zieht er die Haut ab und legt sie auf einem Objektträger unter das Mikroskop. Nacheinander dürfen alle durch das Mikroskop schauen, um vergrösserte Zellen zu begutachten. Danach wird selber präpariert: Konzentriert versuchen die Schüler alleine, eine Zwiebelhaut abzulösen und sie auf dem Objektträger zu platzieren.

In einem anderen Raum befinden sich die Analytiker der Jahresringe. Zusammen mit den Forschern Fritz Schweingruber und Lena Hellmann untersuchen sie, was die Abstände zwischen den Ringen bedeuten könnten. «Uns hat überrascht, wie genau man feststellen kann, wann es einem Baum gut ging und wann weniger. Das finden wir mega interessant», sagen die zwei Schülerinnen Patricia und Marie. Der frühere Primarlehrer Fritz Schweingruber geht in seiner Aufgabe sichtlich auf: Mit viel Körpereinsatz erzählt er von Spechten oder schräg wachsenden Bäumen und steckt die Kinder mit seinem Enthusiasmus an.

Vom Tochtertag zum Zukunftstag

Bis vor zwei Jahren durften nur Mädchen an diesem Anlass teilnehmen – der Zukunftstag hiess damals noch Tochtertag. Mittlerweile soll der Austausch an diesem Tag auf beide Seiten stattfinden: Mädchen sollen in technische und mathematische Berufe hineinsehen, Knaben beispielsweise eher in Pflege- oder Betreuungsberufe. «Unser Ziel an der WSL ist es, dass Kinder, hier vor allem auch Mädchen, in Forschungsbereiche hineinsehen und vielleicht ihre Faszination für gewisse Themen entdecken, mit denen sie sich sonst weniger beschäftigen würden», sagt Ursula Gut von der WSL. Sie fügt an: «Dem Feedback der letzten Jahre nach scheint uns dies bisher gelungen zu sein.»

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