Schlieren
Auf «Open Space» und flexible Arbeitsplätze gesetzt: Sony beheimatet nun Start-ups

Der Start-up-Förderer IFJ bietet neu 90 Arbeitsplätze – die Hälfte der 1500 Quadratmeter grossen Räumlichkeiten «Start-up Space» ist bereits vermietet.

Alex Rudolf
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Rund 90 Arbeitsplätze für Jungunternehmer entstehen im Sony-Gebäude am Schlieremer Bahnhof. So sieht die Networking-Lounge aus.

Rund 90 Arbeitsplätze für Jungunternehmer entstehen im Sony-Gebäude am Schlieremer Bahnhof. So sieht die Networking-Lounge aus.

Nach sechswöchigen Umbauarbeiten im ersten Geschoss des Sony-Gebäudes beim Schlieremer Bahnhof ist es vollbracht: Ab heute ist die Stadt wieder um ein Angebot für Jungunternehmer reicher. Erst wenige Wochen nachdem der Verein «Start Smart Schlieren» 60 Arbeitsplätze an zwei neuen Standorten lancierte, zieht das Institut für Jungunternehmer (IFJ) nach. Heute Abend eröffnet es im Sony-Gebäude seinen «Start-up Space».

Auf rund 1500 Quadratmetern können sich dort Jungunternehmer einmieten. Dies ist der erste IFJ-Workspace-Standort in der Deutschschweiz, wie Geschäftsleitungsmitglied Simon May sagt. Rund die Hälfte der 90 neuen Arbeitsplätze sind bereits vermietet, zwölf davon belegt das IFJ selbst. Die Kurse für Jungunternehmer, die seit vergangenem November im Schlatter-Hochhaus an der Wiesenstrasse durchgeführt wurden, finden neu ebenfalls im Sony-Gebäude statt.

May ist zuversichtlich, dass sich auch die restlichen Flächen schnell vermieten lassen werden. «Als Start-up-Förderer für Jungunternehmen sind wir täglich in engem Kontakt mit Firmengründern, Start-ups und Hochschulabsolventen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen.»

Arbeitsplatz ab 500 Franken

Das Angebot beeindruckt: Gesamthaft stehen elf Büroeinheiten mit zwischen 2 und 23 Arbeitsplätzen sowie 20 Einzelarbeitsplätze auf Monatsbasis zur Verfügung. Hinzu kommt die Nutzung verschiedener Lounges und Sitzungszimmer, und die grosse Sonnenterrasse steht ebenfalls allen offen.

Ein Büro mit zwei Arbeitsplätzen kostet monatlich 900 Franken, jenes mit deren 8 monatlich 4000 Franken. Einen Einzelarbeitsplatz gibt es für 500 Franken. Dies ist teurer als an den anderen Start-up-Standorten in Schlieren. Ab 350 Franken gibt es beim Verein «Start Smart Schlieren» bereits einen Bürotisch mit Internetanschluss. «Unsere Angebote konkurrenzieren sich nicht, sondern sind eine sinnvolle Ergänzung», sagt May. So seien die IFJ-Büros voll eingerichtet, verfügen über die modernste Haustechnik, WLAN, regelmässige Reinigung, und darüber hinaus sei die Nutzung der Sitzungszimmer für Mieter stark vergünstigt, sagt er. «Dieser Standort ist aber durchaus auch für Start-ups gedacht, bei denen repräsentative Büros und Sitzungszimmer von Beginn weg wichtig sind.»

Wie kann Sony Schweiz am Hauptsitz eine derart grosse Fläche entbehren? Mediensprecherin Susanne Stadler-Graf verweist darauf, dass das Unternehmen seine Büroflächen stets optimiere. «Die Richtlinien des Sony-Konzerns sehen vor, dass man vermehrt auf Open-Space- und flexible Arbeitsplätze anstatt auf Einzelbüros setzt», sagt sie. Auch würden viele Angestellte zwischen den Standorten Schlieren und Wien pendeln, was den Raumbedarf reduzierte. Stadler-Graf betont, dass kein Personalabbau vollzogen wurde.

Dritter Cluster wird wichtiger

Wie der Schlieremer Standortförderer Albert Schweizer auf Anfrage sagt, sei die Eröffnung des «Start-up Space» einmal mehr wie vorgezogene Weihnachten für die Stadt. Nicht nur werde der Ruf des Start-up-Standortes Schlieren so gefestigt, auch profitiere der Verein «Start Smart» davon. So würden die vom Verein veranstalteten Schulungen für Jungunternehmer zurückgefahren, da das IFJ solche gratis anbietet. An den beiden im Mai eröffneten Start-Smart-Standorten an der Wiesen- und an der Brandstrasse sei die Vermietung gut angelaufen: Laut Schweizer hätten jeweils bereits drei Start-ups die Büroräume bezogen. Platz gebe es jedoch noch.

Mit dem von der Stadt jährlich mit 20 000 Franken unterstützten Verein bestrebt Schlieren, neben dem Bio-Technopark und dem «New Tech Club» einen dritten Cluster für Jungunternehmer anzusiedeln. Innert eines halben Jahres nach der Eröffnung des Start-Smart-Standortes an der Rütistrasse im Jahr 2013 waren die 160 festen und zehn offenen Arbeitsplätze vermietet.