Ein Kind mit Taucherbrille streckt seine Arme unter Wasser nach den Händen eines Erwachsenen aus. In grossen Lettern steht oberhalb des Bilds: «Gebt den Kindergartenkindern den Schwimmunterricht zurück». Mit diesem Flyer werben Urdorfer Eltern auf Facebook für die Wiedereinführung des Schwimmunterrichts auf Kindergartenstufe. Damit gemeint ist nicht der reguläre Schwimmunterricht auf Primarstufe, sondern, jener in dem sich die Kinder spielerisch ans Wasser gewöhnen.

«Die Kindergartenkinder von Urdorf vermissen den Schwimmunterricht, welcher letzten Dezember von der Schulpflege Urdorf aus dem Budget gestrichen wurde», schreiben die Eltern im Flyer. Um diesen Umstand zu ändern, rufen sie die Bevölkerung dazu auf, an der kommenden Schulgemeindeversammlung, am 5. Dezember, zahlreich zu erscheinen.

«Erzählen Sie Ihren Nachbarn und Freunden in Urdorf davon. Kommen Sie an die Gemeindeversammlung und stimmen Sie ab, dass der Schwimmunterricht wieder eingeführt werden soll», heisst es.

Keine langfristigen Nachteile

«Die Schulpflege hat sich im Rahmen eines über die ganze Schule verteilten, moderaten Sparprogramms dazu entschieden, darauf zu verzichten», sagt Schulpräsidentin Irmgard Struchen (CVP) auf Anfrage. Bei diesem Unterricht handle es sich um ein freiwilliges Angebot der Schulgemeinde, das einen hohen Personalaufwand seitens der Schule voraussetze. «Da ab der ersten Primarstufe der Schwimmunterricht gesetzlich verankert ist, erachtet es die Schulpflege als angemessen und vertretbar, diesen Unterricht nicht mehr anzubieten», sagt Struchen.

Es würden daraus keine langfristigen Nachteile für die Kinder entstehen. Insgesamt spart die Schule dadurch 20 000 Franken pro Jahr. Die Schulpräsidentin begrüsst eine rege Teilnahme an der Schulgemeindeversammlung und freut sich, wenn sich wieder vermehrt junge Urdorferinnen und Urdorfer am politischen Leben beteiligen. Sie heisst die Aktion der Eltern gut. «Das ist ihr legitimes, demokratisches Recht und völlig in Ordnung.»

An der Schulgemeindeversammlung befinden die Stimmberechtigten nicht nur über das mit einem Plus von 2,3 Millionen Franken erwartete Budget 2019, sondern sie entscheiden auch über die neue Gebührenverordnung der Schulgemeinde.