Vogelschutzverein

Auf Exkursion mit dem Vogelschutzverein Dietikon singen die Waldkäuze

Auf abendlicher Eulenbalz-Exkursion mit dem Natur- und Vogelschutzverein Dietikon entdeckt man weniger das Rufen der Käuze, sondern eher das Dröhnen der Flugzeuge. Lernen über die Waldvögel kann man aber einiges.

Tatsächlich treffen ein paar Interessierte am Eingang zum Honeret-Wald ein, um sich mit Christa Glauser vom Natur- und Vogelschutzverein Dietikon auf Exkursion zu begeben. Ziel des abendlichen Spaziergangs ist es, mehr über den Lebensraum der Eulen zu erfahren und das Gehölz auf den Spuren des Waldkauzes selber zu erkunden.

Immer wieder wird Christa Glauser einige kleine Pausen einlegen, um einerseits in wohlportionierten Häppchen über die Artenvielfalt, den Lebensraum, die Ernährung und die Fortpflanzung der Eulen zu informieren und andererseits den im Honeret ansässigen Waldkauz mit einer Pfeife anzulocken.

Die Schleiereule wohnt in Dietikon

«Das Geräusch der Pfeife ist dem Ruf vom Männchen nachempfunden, der sein Revier abgrenzt», sagt Christa Glauser. Dies kann die Aufmerksamkeit von konkurrierenden Männchen oder interessierten Weibchen auslösen. Neben dem Waldkauz ist in Dietikon auch die Schleiereule beheimatet, laut Glauser eines der schönsten Tiere ihrer Art.

Nach einer Weile haben die Exkursionsteilnehmenden zwar viel Interessantes erfahren – und der Wald entfaltet in der Dunkelheit eine ganz spezielle Stimmung –, doch die einzigen hörbaren Rufe sind leider nur auf riesige mechanische Vögel zurückzuführen. Selten ist der Flugverkehr so stark ins Gehör gefallen, denn kaum eine Minute vergeht ohne das Dröhnen von Flugzeugdüsen.

Während Christa Glauser über das Nahrungsverhalten des Waldkauzes berichtet, bricht sie plötzlich ab und es herrscht Stille. War da etwas? Christa Glauser holt ihre Pfeife hervor und ruft den Waldkäuzen zu.

Eulen leiden an Zersiedelung

Die Gruppe beobachtet währenddessen gespannt die schemenhaften Umrisse der Bäume. «Wir haben früher ohne Probleme fünf bis sechs Waldkäuze gehört auf der Eulenbalz. In den letzten paar Jahren hatten wir aber zum Teil Mühe, überhaupt einen zu hören», bedauert Christa Glauser. Die fortwährende Zersiedlung und der Abbau des Totholzes, eines ihrer Hauptjagdgründe, machen den Eulen zu schaffen.

«Viele Menschen haben das Gefühl, Eulen sehen sehr gut. Eulen orten ihre Beute allerdings primär über das Gehör», sagt Christa Glauser. Und weiter: «Ein Waldkauz ist in der Lage einen Regenwurm zu hören, der aus seinem Loch herauskriecht.» Der Speiseplan der ausgezeichneten Jäger umfasst eine grosse Vielfalt an Tieren; von Mäusen und kleinen Säugetieren über Grossinsekten bis hin zu kleinen Vögeln. Und dank ihrem speziellen Federkleid können sie sich ihren Opfern fast geräuschlos nähern.

Wieder hält Christa Glauser ein und im Hintergrund erklingt der Gesang eines weiblichen Waldkauzes. Kurz darauf geht ein Männchen darauf ein und ein reger Austausch entsteht, während die ganze Gruppe gebannt lauscht und die Exkursion zu ihrem gebührenden Höhepunkt gelangt.

Trotz Zersiedlung und Ausbreitung des Menschen bleibt die Natur auch in unserer unmittelbaren Umgebung so vielfältig wie spannend.

Interessierte sollten sich deshalb im Ortsmuseum Dietikon die Ausstellung «Natur im Siedlungsraum Dietikon» ansehen.

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