Heisse Rhythmen und leidenschaftiche Klänge aus Brasilien, Mexiko, Kuba, Peru, Kolumbien, Ecuador, Argentinien und Paraguay erfüllten am Samstagabend die Urdorfer Zentrumshalle. Der Musikverein Harmonie Urdorf hatte sich für sein Jahreskonzert unter dem Motto «Música Sudamericana» aber nicht nur ein vielfältiges und perkussionsreiches Programm überlegt. Auch in der Küche ging es lateinamerikanisch zu und her: Passend zum Motto konnte man mexikanisches Chili con Carne mit Tortilla-Chips und an der Latin-Bar eine Margarita oder einen Tequila geniessen.

Das kam gut an. Die Halle war rappelvoll. Angeregte Unterhaltungen und freudiges Gelächter erfüllten die Halle, ehe es losging. Die Tambouren Helvetia Zürich unter der Leitung von Matthias Pasquon eröffneten den Abend traditionell mit ihrem beeindruckenden, präzisen Zusammenspiel. Nach einer kurzen, amüsanten Begrüssung auf Spanisch setzten die Tambouren ihren Auftritt mit dem komplexen und farbigen Stück «Mosaik» fort.

Stilgerechte Band-Begleitung

Als dieser fulminante und vielversprechende Einstieg vollzogen war, nahm der Musikverein Harmonie Urdorf unter der Leitung von Pascal Müller das Publikum mit nach Kolumbien; gespielt wurde das Stück «La Colegiala». Stilgerecht begleitet wurde die Harmonie dabei von der Banda Sudamericana, die sich instrumental aus dem Brasilianer Dudu Penz am Bass, dem Peruaner Fredy Choque an der Flöte, dem Kubaner Jorge Rodriguez an der Perkussion und den Paraguayer Cever Barrios an der Gitarre und Luis Alvarenga an der Harfe zusammensetzte. Zusammen mit ihnen eroberte auch die venezolanisch-schweizerische Sängerin Rebecca Spiteri die Herzen der etwa 600 Zuhörerinnen und Zuhörer. Ihre leicht raue, mit Hingabe und Leidenschaft erfüllte Stimme kam gut an.

Copacabana in der Zentrumshalle

Während Spiteri «Las Playas del Rio» sang, mit den Rasseln für besten Groove sorgte und sich frei mit den Rhythmen bewegte, konnten auf der Leinwand auch Strandfotos bewundert werden, so etwa von den Stränden Ipanema und Copacabana.

Das Zusammenkommen der Instrumente des Orchesters mit der Banda Sudamericana und der Sängerin Rebecca Spiteri ergab eine interessante und einzigartige Mischung, die vom Publikum mit reichlich Applaus und Jubelrufen belohnt wurde.

Sehnsüchtige Bandoneon-Töne

Als nächstes ging es sehnsüchtig-nostalgisch und melancholisch zu und her. Luciano Jungman spielte mit dem Bandoneon – ein in Argentinien beliebtes Handzugsinstrument – das Tango-Stück «Oblivion» von Astor Piazzolla. Auch beim Stück «Libertango» wurde es ruhig im Raum, als der Musiker verträumt die Augen schloss und sich schwungvoll mit der Melodie bewegte.
Am Konzert wurden darüber hinaus zwei langjährige engagierte Mitglieder des Musikvereins Harmonie Urdorf geehrt: Die Klarinettistin Andrea Schönenberger und der Trompeter Carlo Gsell. Bevor der Abend zu Ende ging, verabschiedete sich das 44-köpfige Orchester zudem vom Dirigenten Pascal Müller mit einem Kurzfilm, bestehend aus gemeinsamen Erinnerungen. Mit dem gelungenen Jahreskonzert am Samstag kam eine weitere schöne Erinnerung hinzu.