Dietikon
Auf die Dietiker Samichläuse kommt dieses Jahr viel Arbeit zu

Trotz der hohen Nachfrage sind die Dietiker Samichläuse gerüstet für ihre Einsätze. Die Fitze lassen sie schon seit Jahren im Schrank der Waldhütte. Die Samichläuse kommen aus zeitlichen Gründen mit dem Auto statt mit dem Esel.

Pablo Rohner
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Die Samichläuse in Dietikon haben viel zu tun.

Die Samichläuse in Dietikon haben viel zu tun.

AZ

«Die Frage nach dem Esel stellen die Kinder oft», sagt Gebi Portmann, Präsident der St. Niklausgesellschaft Dietikon und damit lokaler Ober-Samichlaus. Mit dem Esel zu kommen sei dem Samichlaus aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich, ein guter Freund würde ihn deshalb mit dem Auto hinfahren, lautet dann jeweils die etwas entzaubernde Antwort.

Dietikon hat genügend Chläuse

Der Samichlaus ist ein viel beschäftigter Mann. Jahr für Jahr ist in den Zeitungen zu lesen, dass die Chläuse knapp würden, da die Nachfrage stetig wachse. Bei der St. Niklausgesellschaft zeigt man sich für die Chlauswoche bereit. Bis heute, eine Woche vor dem traditionellen Chlaus-Einzug in Dietikon, seien 125 Anmeldungen eingegangen. Davon seien 110 Anfragen für Familienbesuche, den Rest machen Schulen, Kindergärten und Altersheime aus. «Wir haben zum Glück meistens genügend Leute», sagt Portmann. Total seien jedes Jahr um die 60 engagiert. Eingeschlossen in diese Zahl ist die Entourage, die Chläuse und Schmutzlis während ihrer Arbeitswoche umsorgt. Ganz wichtig seien Schminkerinnen und Fahrer, so Portmann.

In einer Woche geht es für sie alle los. Am nächsten Sonntag zieht St. Niklaus auf dem Kirchplatz ein, während der darauffolgenden Woche sind die Samichläuse und Schmutzlis im Dauer-Einsatz. Am 4. und 5. Dezember ziehen drei bis vier Chlausteams von Haus zu Haus. Für die intensive Zeit zwischen St. Niklaustag und 8. Dezember wird dann auf sechs Teams aufgestockt. Zusätzlich zu den abendlichen Hausbesuchen stehen tagsüber Schulen, Kindergärten und Altersheime an.

Um dieses Pensum bewältigen zu können, sei die St. Niklausgesellschaft auf Leute angewiesen, die sich Zeit freischaufeln können. Einige sind pensioniert, andere nehmen sich für die Spitzentage frei. Die Qualität der Besuche dürfe dabei keinesfalls unter der hohen Auslastung der Samichläuse leiden, so Portmann. Deshalb nehme die St. Niklausgesellschaft irgendwann schlicht keine Engagements mehr entgegen. So könnten sich die Chläuse für jede Familie ausreichend Zeit nehmen.

Die Fitze bleibt zuhause

St. Nikolaus ist heute ein angenehmer Zeitgenosse. Der tadelnde Lehrmeister, begleitet von dunkel gewandeten, strafenden Schmutzlis ist zu einem Motivator geworden. «Die Fitze haben wir schon lange nicht mehr dabei», sagt Portmann. Ziel eines Chlausbesuches sei es, Kindern und Eltern eine Freude zu bereiten. «Dazu tragen lobende Worte mehr bei als Tadel», so Portmann. Für die Geschenke müssen die Eltern indes selber sorgen. Die Chance, «Öpfel, Nuss und Birrä» vom Samichlaus persönlich zu bekommen besteht trotzdem: am 2. Dezember, beim traditionellen Einzug von St. Nikolaus.