Momentan wird das Spreitenbacher Schulhaus Hasel für fast 30 Millionen Franken ausgebaut und saniert. Doch damit ist der Schulraumbedarf noch lange nicht gedeckt. «Wir haben im Finanzplan für unser nächstes Schulhaus 12 Millionen Franken eingetragen», sagt der Spreitenbacher Gemeindepräsident Valentin Schmid.

Wo dieses hinkommt, ist noch nicht klar: «Die Bauverwaltung hat den Auftrag, ein geeignetes Areal vorzuschlagen.» Dass aber kein Weg an einem Neubau vorbeiführt, zeigte Schulleiter Hannes Schwarz. Er präsentierte den rund 80 Besuchern des Gemeindeapéros anhand der Bevölkerungszunahme die Schulraumplanung.

Plan Schulhaus Spreitenbach.jpg

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Seefeld und Hasel bald zu klein

Heute werden die Jugendlichen der
1. bis 6. Klasse in den beiden Primarschulkreisen Hasel und Seefeld unterrichtet. Die Oberstufen befinden sind in den zentral gelegenen Schulhäusern. Dort besuchen auch die Jugendlichen aus Bergdietikon und Killwangen die Real-, Sekundar- und Bezirksschule. Deshalb gehören auch die Schülerzahlen dieser beiden Gemeinden zu den Grundlagen der Spreitenbacher Schulraumplanung. Schwarz zeigte, dass es vor allem ein weiteres Primarschulhaus braucht. Damit wird Spreitenbach künftig drei statt wie heute zwei Primarschulkreise aufweisen. Falls sich die Gemeinden Killwangen und Spreitenbach zusammenschliessen, wird die neue Gemeinde einen vierten Schulkreis aufweisen, denjenigen von Killwangen. Auch dort wird momentan das Schulhaus erweitert.

Im Hinblick auf die Planung stellte Schwarz etwas sarkastisch fest: «Wir sind zu spät.» Bei einem Schulhaus dauert es erfahrungsgemäss etwa sechs Jahre vom Planungsbeginn bis zum Bezug. Weil voraussichtlich in den Jahren 2019/2020 ein neues Schulhaus bereit sein sollte, reichen die etwa vier Jahre bis dahin kaum. Die von Jahr zu Jahr steigende Einwohnerzahl zeigt, dass kein Weg an einem Neubau vorbeiführt.

125 neue Schüler im Jahr 2020

Vor allem im östlichen Gemeindeteil sind mehrere Wohnsiedlungen im Bau. Auch im historischen Dorf werden laufend alte Bauernhäuser durch Wohnhäuser ersetzt. Die Richtzahlen sagen, dass in 100 neue Wohnungen 218 Personen einziehen. Davon sind etwa 11 Prozent schulpflichtig oder stehen kurz davor. Basierend darauf werden im kommenden Jahr 60 neue Schülerinnen und Schüler erwartet. Die Zahl dürfte laufend ansteigen und mit 125 neuen Schülern im Jahr 2020 einen Höhepunkt erreichen. Schwarz gab aber auch zu bedenken, dass die Zahlen je langfristiger, desto ungenauer sind.

Zuversichtlicher ist Schwarz bei den Kindergärten. Hier sieht er im östlichen Wohngebiet noch einen gewissen Bedarf. Zwei Kindergärten sollen in der Wohn- und Geschäftsüberbauung HGO (Handels- und Gewerbezone Ost) neben dem Tivoli eingebaut werden. «So Gott, nein besser VCS will, müssen wir nicht allzu lange darauf warten.» Damit sprach Schwarz den durch den Verkehrsclub der Schweiz (VCS) blockierten Planungsprozess für die HGO an. Momentan beschäftigt sich das Bundesgericht mit dem Planungsverfahren.