Dietikon
Auf der Bühne hat er nur einen Versuch

In über zwanzig Filmen hat er schon mitgespielt, auf unzähligen Bühnen stand er schon – Hanspeter Müller-Drossaart hat viel Erfahrung mit der Schauspielerei.

Tabea Wullschleger
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Susanna Kind moderierte im Kino Capitol die Fragerunde mit dem Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart.

Susanna Kind moderierte im Kino Capitol die Fragerunde mit dem Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart.

WUL

Von dieser Erfahrung profitierten gestern im Kino Capitol auch die über 100 Seniorinnen und Senioren, die ihm Fragen zum Filmbusiness stellen konnten. Sie hatten zuvor im Rahmen des Seniorenkinos des Seniorenrats Dietikon den Film «Sternenberg» gesehen, in dem der Dietiker Müller-Drossaart mitspielte.

Er hat dort die Rolle des Politikers Jauch, der die kleine Dorfschule von Sternenberg schliessen will. Damit die Mindestzahl an Schülern erreicht wird und die Schule fortbestehen kann, lässt sich der 69-jährige Franz (gespielt von Matthias Gnädinger) nochmals einschulen. Der sparwütige Jauch will diesem Treiben zusammen mit dem Schulinspektor darauf so schnell als möglich ein Ende setzen.

Seit Müller-Drossaart als Jauch zu sehen war, sind zehn Jahre vergangen. Die konkreten Fragen zum Film beantwortete der Dietiker allerdings so locker wie die übrigen.

Er kennt Theater und Film

Sie werde mit ein paar ersten Fragen das Eis brechen, erklärte Susanna Kind vom Seniorenrat zu Beginn ihrer Moderation. Mit seiner Bemerkung zum ewigen Jungsein seines Gegenübers mit Namen Kind übernahm Müller-Drossaart diese Aufgabe jedoch gleich selbst.

Auch beim weiteren Erzählen und Beantworten fehlte dem Schauspieler, dessen viertes Comedy-Programm in zwei Monaten Premiere feiert, nie der Humor. So spielte er vor, wie sich Leute aufführen, die ihn auf der Strasse erkennen – der ganze Saal lachte. Müller-Drossaart brachte die Senioren aber nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Staunen: «Von der ersten Idee geht es etwa drei Jahre, bis ein Film veröffentlicht wird. Die Dreharbeiten nehmen davon nur fünf bis sechs Wochen ein.»

Gefragt nach dem Unterschied zwischen Theater und Film, erklärte er, dass man auf der Bühne immer nur einen Versuch habe, im Film dagegen mehrere. Dafür bekomme man im Theatersaal auch gleich die Stimmung aus dem Publikum zu spüren, was er sehr schätze.

Vom Film zu Gemeindefusionen

Der Schauspieler verriet ausserdem, in welchem Film er die schrecklichste Frisur hatte («Jeune homme») und wie viele Leute sich an einem Filmset aufhalten (20–30). Er stellte auch gleich unter Beweis, dass er die verschiedensten Schweizer Dialekte beherrscht.

Auf die Frage, zu welchem Genre der Film «Sternenberg» denn nun zähle, antwortete er: «Ich finde, es ist eine heitere Heimatkomödie mit ernstem Tiefgang. Wir waren mit dem Thema der Schulschliessung durchaus visionär». Die Gemeinde Sternenberg gebe es seit drei Jahren nicht mehr, da sie wie viele andere fusioniert habe. «Überall wird zusammengeschlossen – warum kommt Zürich nicht endlich zu Dietikon?», fragte er ins Publikum. So könnte Zürich endlich seine Wohnungsknappheit lösen, denn hier in Dietikon habe es noch genug Platz.

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