Weiningen

Auf der Berufsmesse fragen sich die Schüler zu ihrer Traumlehre durch

Während der ersten Berufsmesse wird bereits über Expansion nachgedacht.

Ob Jehona später lieber im kaufmännischen Bereich oder aber als Pharmaassistentin arbeiten möchte, weiss sie noch nicht. Gestern hatte sie mit 120 Mitschülern der 2. Sek in Weiningen die Chance, mit rund 20 Lehrbetrieben der Region ins Gespräch zu kommen.

«Vielen Dank, dass Sie bei diesem Experiment mitmachen», sagt Michel Meier, im Elternrat für die erste Durchführung der Berufsmesse verantwortlich, bei der Begrüssung. Kurz bevor die Schüler den Saal betreten.

Gleich mischen sich Jehona und Isa in das Getümmel und kommen am Stand der Sipro Stahl AG mit Sitz in Geroldswil ins Gespräch. «Braucht man gute Mathematik-Kenntnisse?» fragt Jehona. Die Personalleiterin des Unternehmens, Nadia Diorio-Serioli, sagt unverblümt: «Rechnen muss man sicherlich können. In der Berufsschule ist zudem vernetztes Denken wichtig.» Isa erkundigt sich nach den Schattenseiten der kaufmännischen Lehre und nach den Arbeitszeiten.

Auch Drittklässler mit dabei

Nach nur wenigen Minuten herrscht im Saal reges Treiben. An jedem Stand hat es Schülergrüppchen, das Stimmengewirr ist laut. «Um die Hemmschwellen zu senken, wurden für die Schüler Gesprächstermine mit für sie interessanten Betrieben vereinbart», sagt Meier. Die Schüler erscheinen mit langen Fragenkatalogen.

Einige Stände weisen besonders viel Betrieb und rege Gespräche auf. So etwa jener der Geroldswiler Kita Stärneland, die auf 2017 eine Stelle als Fachfrau Betreuung zu vergeben hat. Eine veritable Menschentraube formiert sich um den Stand der Schlieremer Dober AG, die Sanitärinstallateure ausbildet und am Stand Beispiele aus dem Berufshandwerk gleich vorführt.

An Beliebtheit kaum zu übertreffen, sind aber die KV-Lehrstellen. So ist auch Noeline Schulz von der Gemeinde Weiningen mit den derzeit zwei KV-Lernenden anwesend: «Die Schüler sind super vorbereitet und stellen die wichtigen Fragen», sagt sie, während eine Mädchendreiergruppe die zwei Weininger Lernenden in Beschlag nimmt.

«Und was sind die Schattenseiten dieses Berufs», fragt eine der Schülerinnen. Die beiden KV-Lernenden blicken sich gegenseitig in die Augen. Nach kurzer Stille sagt die eine: «Mir kommt gerade nichts in den Sinn», die zweite pflichtet nickend bei.

Doch auch für 20 Schüler der dritten Klassen, die noch ohne Lehrstelle für den kommenden Herbst dastehen, bot sich gestern eine Chance. «So wurden Gesprächstermine mit Personalverantwortlichen verschiedener Unternehmen organisiert», sagt Meier.

Omer ist beispielsweise überglücklich, da er seine Bewerbungsunterlagen für eine Lehrstelle als Restaurationsfachmann bei der Gastronomiegruppe ZFV hinterlassen konnte: «Ich bin sehr zufrieden», sagt er. Anderen läuft es derweil nicht so rund. Raoul erfuhr an der Messe, dass die KV-Stelle, auf die er sich Hoffnungen machte, bereits vergeben ist. Er gibt sich jedoch kämpferisch: «Nicht aufgeben», lautet sein Motto auf der Lehrstellensuche.

Mehr Teilnehmer im 2017?

Jehona und Isa haben inzwischen ihr zweites Gespräch hinter sich: «Ich war bereits an der Berufsmesse in Oerlikon», sagt Jehona, doch jene hier in Weiningen sei viel besser. «Weil es weniger Schüler und Aussteller hat, fällt es sehr leicht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen», sagt sie.

In Oerlikon hätten sich teils gar Schlangen um gewisse Stände gebildet.
Für Michel Meier ist der Anlass schon jetzt ein Erfolg, er denkt bereits an die nächstjährige Durchführung: «Andere Schulen haben bereits Interesse bekundet, ihre Schüler ebenfalls an unsere Berufsmesse zu schicken. Dann müssten wir aber einen grösseren Veranstaltungsort finden», sagt er.

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