Der Wasserpegel der Flüsse und Bäche bildet sich unter der brütenden Hitze allmählich zurück. Die Überschwemmungsmücken freuen sich über die verregneten Sommertage der vergangenen Woche und die derzeit ansteigenden Temperaturen. Sie schlüpfen nun zu Tausenden aus ihren Eiern. Der Nachwuchs dieser Stechmücken schlüpft erst, wenn die Eier Kontakt mit Wasser hatten. Kaum geschlechtsreif, lässt die Paarung die Weibchen besonders stechwütig werden: Für die Eierproduktion benötigen sie Stoffe, die im menschlichen Blut vorkommen. Vor allem am Limmatufer, aber auch an Bächen sind sie anzutreffen. Um Blut zu saugen, sind sie bereit, Distanzen von bis zu zehn Kilometer zurückzulegen.

Doch wen stechen Mücken am liebsten? «Dass Mücken auf Menschen mit süssem Blut fliegen, ist nicht richtig», sagt Alexander Mathis, Spezialist für Insekten an der Universität Zürich. Zudem würden längst nicht alle Mückenarten das Blut von Menschen bevorzugen.

Mücken sind Allesfresser

«Es gibt auch Stechmücken, die es nur auf Vögel abgesehen haben. Doch die meisten Mücken sind eigentlich Allesfresser und bedienen sich verschiedener Quellen.» Problematisch für den Menschen seien vor allem die Überschwemmungsmücken, weil sie nach starken Regenfällen und Überschwemmungen in extrem grossen Mengen schlüpfen.

Ausschlag, wen eine Mücke steche, gebe der individuelle Geruch, den die Haut absondert. Und da hätten die Blutsauger tatsächlich ihre Vorlieben. Wenn die Mücke, angelockt durch ausgeatmetes Kohlendioxid, zwischen zwei Menschen entscheiden müsse, werde sie denjenigen stechen, der die attraktivere Zusammensetzung von Geruchsstoffen hat. «Der Schweiss wird auf unserer Haut von Bakterien zersetzt. Das sorgt für unterschiedliche Gerüche», so Mathis. Wer in der Schweiz gerne von Mücken heimgesucht werde, müsse in anderen Ländern aber nicht unbedingt auch gestochen werden. «Mücken haben von Land zu Land unterschiedliche Vorlieben.» Hinzu komme, dass es Menschen gebe, die zwar gestochen werden, dies aber gar nicht bemerken, weil sie keinerlei Reaktion auf die Stiche zeigten.

Ob das Opfer nun ein Mann oder eine Frau ist – das spielt für die Mücken keine grosse Rolle. Besonders gerne fliegen sie jedoch zu schwangeren Frauen. «Da Schwangere eine etwas erhöhte Körpertemperatur aufweisen und mehr Kohlendioxid ausatmen, haben die Mücken sie besonders gerne.»

Schützen könne man sich vor Mückenstichen nur mit langer und weiter Kleidung. «Dabei ist man mit hellen Klamotten besser bedient, da Mücken vor allem auf dunkle Stoffe fliegen.» Das Einschmieren mit Antimückenmittel schaffe zusätzlich Abhilfe. «Dabei gibt es Mittel, die besser wirken als andere. In Apotheken wird man gut beraten», so Mathis.