Geroldswil

Auf den Drill folgte das Spektakel

Der Turnverein Oetwil-Geroldswil liess zum Jubiläum die letzten 100 Jahre Revue passieren.

In der heutigen Zeit undenkbar, stand vor 100 Jahren beim Turnsport noch der Drill im Vordergrund: Freiübungen auf Befehl mit militärischer Note, so präsentierte er sich damals. Es war die Zeit, als die Gründerväter des Turnvereins Oetwil-Geroldswil (OTVG) zusammenfanden. Nun, ein Jahrhundert später, haben sie die damals üblichen weissen Gewänder wieder hervorgeholt: Denn am Jubiläums-Chränzli im Hotel Geroldswil liess der Verein seine Vergangenheit Revue passieren.

Bei der Turnshow demonstrierte die Aktivriege auf der Bühne, wie in den Anfängen des Vereins geturnt wurde. Das Ganze versetzten sie jedoch mit einer tüchtigen Ladung Humor. Unter dem Motto: «100 Jahre OTVG 1915-2015» wagten jedoch nicht nur die aktiven Turnerinnen und Turner den Schritt in die Vergangenheit. Jede vergangene Dekade wurde nochmals aufgerollt und die jeweiligen Highlights turnerisch auf der Bühne umgesetzt.

Während sich die Damenriege von den Zwanzigern einnehmen liess und adrett einen Charleston aufs Parkett legte, thematisierten die Leichtathleten den Mafioso Al Capone. «Das Wunder von Bern» wie auch die Mondlandung in den wilden Sechzigern, inszeniert von der mittleren Mädchenriege und der kleinen Jugi, waren weitere Highlights des Programms.

Ginge es nach der Geschichtsschreibung des Geräteturn-Nachwuchses, würde der TV Oetwil-Geroldswil als Podestplatzgewinner an den Olympischen Spielen 1948 verewigt sein. Im Zeitraffer spulten diese auf der Bühne die olympischen Wettkämpfe ab und gipfelten die Darbietung mit einer imposanten Rangverkündigung.

Grosser Turnnachwuchs

Auf der kurzweiligen Zeitreise durch die vergangenen 100 Jahre zollte der Verein sowohl den Neonfarben in den Achtzigern wie auch der Coolness der Neunziger Beachtung. Auch die entsprechend ausgewählte Musik trug zur geschichtsträchtigen Atmosphäre bei. Wie alt der Verein bereits ist, war ihm an diesem Abend definitiv nicht anzusehen: Angefangen beim Eltern-Kinderturnen, welches mit überdimensionalen Kerzen die Geburtstagsparty einläutete war der grosse Turnnachwuchs des Vereins auch im weiteren Verlauf des Chränzlis nicht zu übersehen. Vor ausverkauftem Haus und über 300 Zuschauern gelang den Turnenden eine unterhaltsame Show. Für die kurzweilige Überbrückung zwischen den Darbietungen sorgte das Comedy-Duo Hand und Stand.

«Ich finde die Nummern cool und abwechslungsreich», lobte Marina Birrer vom TV Weiningen. Mit einer Delegation von 13 Turnern liess sich der Nachbarverein, welcher ebenfalls in diesem Jahr sein 100 jähriges Bestehen feiert, die Party nicht entgehen. «Wir sind keine Konkurrenten, es ist ein kameradschaftliches Miteinander», erklärte der Weininger Oberturner, Andi Marti.

Und Andrin Brüngger vom TV Engstringen, der zweiten grossen Delegation, sagte mit einem Augenzwinkern, dass er und seine Turner schon «seit fast 100 Jahren» ans Chränzli kämen. Als ehemalige Turnerin beim Satus Baden zeigte sich ebenso Elisabeth Dubois von der Show begeistert: «Es war wirklich super, die Kleinen wie auch die Grossen.»

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