30er-Zonen
Auf den Dietiker Strassen geht es flächendeckend runter vom Gas

Mit den 30er-Zonen im gesamten Limmatfeld ist jetzt auf einem Drittel der städtischen Siedlungsfläche der Verkehr temporeduziert. Aber es geht noch weiter.

Gabriele Heigl
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Ein Drittel der Dietiker Quartiere sind sich dieses Bild gewohnt: Es werden aber noch mehr 30er Zonen folgen. Chris Iseli

Ein Drittel der Dietiker Quartiere sind sich dieses Bild gewohnt: Es werden aber noch mehr 30er Zonen folgen. Chris Iseli

Chris Iseli/ AZ

Immer schön langsam! So lautet die Devise der Stadt Dietikon, die in den nächsten Jahren sukzessive in weiten Bereichen des Siedlungsgebietes temporeduzierte Zonen einführen will. Jetzt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin getan. Mit der Einführung von Tempo 30 auf dem letzten Teilstück Grünaustrasse entlang der Überbauung Weidenhof ist nun das ganze Limmatfeld geschwindigkeitsreduziert.

Einzige Ausnahme ist die Heimstrasse, deren Bedeutung als Verbindungsstrasse zwischen Überlandstrasse und Autobahnanschluss keine Temporeduktion zulässt. Mit den 100'000 Quadratmetern des Limmatfeldes darf nun auf einem Drittel der gesamten städtischen Siedlungsfläche von 3,8 Millionen Quadratmetern nicht schneller als 30 gefahren werden.

Quartierverträgliches Tempo

Alle Strassen im Limmatfeld sind mit fortschreitender Überbauung verkehrsberuhigt aus- beziehungsweise umgebaut und kleinräumig gestaltet worden. Die Breite der Fahrbahnen beträgt lediglich jeweils 5,50 Meter, was eine grosszügigere Strassenraumgestaltung zugunsten der Fussgänger möglich machte. Zur Entschleunigung bei Eintritt in die 30er-Bereiche tragen die Gehwegüberfahrten ab Heimstrasse bei.

Die Kosten für planerische Vorleistungen und die Signalisation, insgesamt rund 50 000 Franken, haben sich Stadt und Grundeigentümer geteilt. Auch die Kantonspolizei Zürich wurde früh mit einbezogen. Und diese ist zufrieden mit den motorisierten Verkehrsteilnehmern, die die 30er-Zonen im Limmatfeld gut angenommen haben. Die Kapo attestiert ihnen ein ruhiges und gleichmässiges Fahrverhalten.

Ein Quartier nach dem anderen.

Ein Quartier nach dem anderen.

Stadt Dietikon

Beim Konzept Tempo 30 aus dem Jahre 2012 sieht die Stadt für weite Bereiche die Errichtung von temporeduzierten Zonen, also Tempo 30 und Begegnungszonen, vor, die nach und nach umgesetzt werden sollen. Im Rahmen der Erarbeitung des städtischen Gesamtverkehrskonzepts (sGVK) bot sich die Gelegenheit, das bestehende Konzept von 2012 weiterzuentwickeln.

Im sGVK wurde definiert, dass im Sinne einer stadtverträglichen Gestaltung des Strassennetzes in den Wohnquartieren und im Zentrumsbereich flächendeckend temporeduzierte Zonen eingeführt werden sollen. Davon ausgenommen sind lediglich Strassen mit einer übergeordneten Funktion sowie das Gewerbegebiet Silbern.

Mit Beschluss vom Februar 2016 wurde das sGVK vom Stadtrat genehmigt. Auch wenn vielleicht so mancher Autofahrer nicht glücklich sein mag – die Stadt erhofft sich mit den temporeduzierten Zonen viele Vorteile für die Bürger: mehr Wohnqualität, eine höhere Verkehrssicherheit, insbesondere für den Langsamverkehr sowie eine Entlastung der Wohnquartiere von Durchgangsverkehr und Lärmemissionen.

Hier wird auch bald das Tempo gedrosselt

Zone Oberdorf (1)

Das sGKV sieht vor, im Gebiet Oberdorf eine Tempo-20-Begegnungszone einzuführen, auf der Fussgänger und motorisierte Verkehrsteilnehmer die ganzen Verkehrsflächen benützen dürfen, aber die Fussgänger immer Vortritt haben. Deren Realisierung war im Zusammenhang mit dem «Aufwertungs- und Gestaltungskonzept Reppisch», das im Jahr 2014 hätte starten sollen, geplant. Da vorgängig noch Abklärungen betreffend Hochwasserschutz durch den Kanton getroffen werden müssen, wurde das Konzept bis auf weiteres zurückgestellt. In einem ersten Schritt zur Realisierung der Begegnungszone soll im nördlichen Bereich 2017 zunächst Tempo 30 eingeführt werden. Da es keine baulichen Massnahmen braucht, kann es mit der Umsetzung schnell gehen. Ab morgen wird das Vorhaben aufgelegt, wenn keine Rekurse kommen, werden im Frühling die Tempo-30-Markierungen und -Signalisationen angebracht.

Zone Blüemliquartier (3)

Hier ist die Umsetzung des Konzepts Tempo 30 zwar schon etwas weiter, denn das Vorhaben ist schon aufgelegen. Da es aber in diesem Quartier bei der Umsetzung bauliche Veränderungen etwa durch Belagskissen braucht, fehlt noch die Rechtskraft. Dennoch plant die Stadt mit einer Verwirklichung im kommenden Jahr.

Zone Neumatt (2)

Die Einführung von Tempo 30 ist für das Jahr 2018 geplant.

Zone Niderfeld (5)

Hier möchte die Stadt mit Inbetriebnahme der Limmattalbahn und der Baureife auf dem Niderfeld bis 2022 das Konzept Tempo 30 umsetzen. (GAH)