Die Ausschreibung umfasst die um das Konventgebäude angeordneten Hauptbestandteile "Bäuerinnenschule", "Wirtshaus" und "Landwirtschafsbetrieb", wie die Zürcher Beratungsfirma Wüest Partner am Mittwoch mitteilte. Auch weitere Bauten und Anlagen würden zur Miete, langfristigen Pacht oder zur Abgabe im Baurecht angeboten.

Eine Bewerbung für die Bewirtschaftung sämtlicher Bestandteile als Einheit werde begrüsst, heisst es in der Ausschreibung für Investoren, Nutzer und Betreiber. Die grosse Flexibilität bei der Nutzung der Bauten und Anlagen sowie die naturnahe Lage vor den Toren Zürichs würden eine "ideale Grundlage für die Realisierung innovativer Ideen" bieten.

Ort der Ruhe

Das Kloster sei ein Ort der Spiritualität und der Ruhe sowie der Gastfreundschaft und der Begegnung, heisst es in den Unterlagen weiter. Der achtsame Umgang mit den Menschen und der Schöpfung sei von zentraler Bedeutung. Die Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs solle diesem Leitbild entsprechen.

Im Kloster Fahr leben seit mehr als 880 Jahren Ordensfrauen nach der Regel des heiligen Benedikt. Seit seiner Gründung im Jahr 1130 bildet es mit dem Kloster Einsiedeln ein Doppelkloster. Der Gemeinschaft von 20 Schwestern steht Priorin Irene Gassmann vor.

Bei der Entstehung des Kantons Aargau 1803 mit neuen Kantonsgrenzen kam das Gebiet um das Kloster Fahr in den Kanton Zürich zu liegen. Für die Klosteranlage wurde eine aargauische Exklave geschaffen. Seit 2008 ist das Kloster Fahr Teil der aargauischen Gemeinde Würenlos und wird von der Zürcher Gemeinde Unterengstringen umgeben.

Kein einfaches Unterfangen

Ein Teil der Gesamtanlage liegt im Kanton Zürich. Die Gebäude auf Zürcher Boden gehören mehrheitlich zur Landwirtschaftszone. Umbauten und Erweiterungen sind daher praktisch nur unter dem Aspekt der landwirtschaftlichen Nutzung möglich, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

Für das Gebiet auf Aargauer Boden gelten dagegen die Bestimmungen "Spezialzone Kloster Fahr". Es ist eine Zone, die eigens geschaffen wurde, um den speziellen Gegebenheiten des Ensembles gerecht zu werden.

Das Kloster ist als Ensemble im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS aufgeführt. Damit ist es ein Ort mit nationaler Bedeutung und geniesst den höchsten Schutzstatus. Das Kloster selbst sei interessiert, die historischen Bauten und das Ensemble zu erhalten und gleichzeitig mit innovativen Konzepten zu beleben und aufzuwerten.